Unter Firmen: Gütesiegel für interkulturell engagierte Arbeitgeber

Eine neue Ausschreibung für interkulturell engagierte Arbeitgeber haben Stadt und Landkreis herausgegeben. Zum zweiten Mal schreiben sie das Gütesiegel „Interkulturelle Vielfalt LEBEN“ aus.
Nach dem erfolgreichen ersten Lauf schreiben die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf zum zweiten Mal das Gütesiegel „Interkulturelle Vielfalt LEBEN“ aus. Auf die Auszeichnung für interkulturelle Vielfalt und gelebte Gleichberechtigung in Unternehmen, bei freien Trägern und in Verwaltungen können sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ab dem 1. März bis zum 15. Juni 2021 bewerben.
„Wir haben uns zusammen auf einen Weg gemacht, den wir gemeinsam mit Ihnen zusammen in den nächsten Jahren weitergehen möchten“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „So wird eine immer wirkungsvollere, strategische Allianz für interkulturelle Vielfalt in unserer Stadt und unserem Landkreis entstehen, die auch in die gesamte Region Mittelhessen wirken wird“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow.
Das Gütesiegel würdigt besonders engagierte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die Beschäftigte mit Migrationshintergrund durch eine gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben unterstützen. Es zeigen, wie kulturelle Vielfalt zum Erfolg führt. Im Jahr 2020 wurden bereits 13 Organisationen mit dem Siegel ausgezeichnet.
Die besten wurden mit einem Preis gewürdigt. Preisträger waren CSL Behring in der Kategorie „Mittlere und große Organisationen“ sowie der Friseursalon haaribo Marburg in der Kategorie „Kleine Organisationen“.
Mit der Auszeichnung wurde ein regionales Netzwerk interkulturell engagierter Arbeitsgeber*innen gebildet, das sich regelmäßig austauscht –
unter Corona-Bedingungen in digitalen sogenannten „WebLabs“. Diese Treffen werden ausgerichtet und fachlich begleitet von Prof. Dr. Susanne Weber vom Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität, die auch Interviews mit den Arbeitgeber*innen geführt hat.
Durch die Vernetzung von Organisationen in der Region können Synergien geschaffen und Kräfte gebündelt werden, so dass zum Beispiel kleine und große Unternehmen voneinander lernen. Es wurden bereits gemeinsame Kernthemen herausgestellt, wie Sprache, Berufseinmündung, Praktika, Wertschätzung für bereits erzielt Erfolge nach innen und das Netzwerk als Wertschöpfungskette.
Ziel der Vernetzung und des gegenseitigen Austauschs der mit dem Gütesiegel ausgezeichneten Organisationen ist es auch, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Er betrifft heute längst nicht mehr nur Manger*innen transnationaler Konzerne, sondern auch die Fachkräfte für das deutsche Handwerk oder Dienstleister. Die Fachkräftesicherung findet in einer sich ständig ändernden Arbeitswelt statt, die durch demographischen Wandel, zunehmende Digitalisierung, Internationalisierung und Individualisierung beeinflusst wird.
Jetzt gibt es wieder die Gelegenheit sich an der Vernetzung zu beteiligen und sich um das Gütesiegel zu bewerben: von Montag (1. März) bis Dienstag (15. Juni( können sich Organisationen (Unternehmen, Freie Träger und Verwaltungen) bewerben und als Arbeitgeber herausstellen, was schon alles getan wird, damit sich Menschen mit Migrationshintergrund am Arbeitsplatz gleichberechtigt fühlen. Zur Vereinfachung wird eine telefonische Beratung von jeweils zwei Stunden angeboten, die ein Ausfüllen des Fragebogens am Telefon ermöglicht.
Gesucht sind Maßnahmen, mit denen Menschen mit Migrationshintergrund als Mitarbeitende von Anfang an bewusst unterstützt werden beim Eintritt in die Organisation, bei der Stärkung der eigenen Ressourcen sowie bei der Weiterentwicklung der persönlichen und fachlichen Kompetenzen. Und nicht zuletzt Maßnahmen, die ein faires Miteinander im Team fördern. Die Maßnahmen der Gütesiegeltragenden Organisationen der ersten Runde sollen in 2021 in einer Wanderausstellung der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.

* pm: Stadt Marburg

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