Klo und Küche: Bürgerhaus Gisselberg wird barrierefrei umgebaut

Eine barrierefreie Toilette und eine neue Küche erhält das Bürgerhaus Gisselberg. Mit einem groß angelegten Entwicklungskonzept saniert die Stadt Bürgerhäuser in den Außenstadtteilen.
Im Gisselberger Bürgerhaus ist die Innensanierung in vollem Gange. Deshalb ist Gisselberg die zweite Station der Reihe „Mein Dorf in Marburg“, die das Geschehen begleitet und die Außenstadtteile etwas näher unter die Lupe nimmt.
Gisselberg liegt südwestlich der Kernstadt an der Lahn, von der der Stadtteil im Osten durch die Stadtautobahn B3A getrennt ist. Auf der anderen Flussseite liegen die Ausläufer von Cappel. Im Westen schmiegt sich Gisselberg an die Waldgebiete des Marburger Rückens.
Die Buslinie 383 fährt über die Gießener und die Gisselberger Straße innerhalb von 15 Minuten in die Innenstadt. Parallel zur Straße verläuft auch ein Fuß- und Radweg an der Lahn entlang.
Mit mehr als 900 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Gisselberg zu den mittelgroßen Außenstadtteilen Marburgs. Im Ort gibt es eine eigene kleine Infrastruktur mit mehreren Gastronomie-, beziehungsweise Hotelbetrieben und einem Obst- und Gemüsegroßhandel. An der Lahn liegt außerdem das Bootshaus des Marburger Rudervereins.
Sehenswert sind in Gisselberg unter anderem das Steinportal am Eingang zum ehemaligen EAM-Gelände sowie das Backhaus und die Fachwerkhäuser in der Dorfmitte. Zu einem idyllischen Spaziergang lädt außerdem der eineinhalb Kilometer lange Lahnabschnitt „Gisselberger Spannweite“ ein, dessen Renaturierung Anfang 2020 fertiggestellt wurde.
Das Bürgerhaus liegt oberhalb des Ortskerns und bietet einen schönen Ausblick über die Dächer Gisselbergs in Richtung Cappel. Es umfasst einen großen Saal im Parterrebereich, einen kleinen Saal im Obergeschoss, einen Jugendraum im Keller und eine Küche.
1960 erbaut, wurde das Gebäude zunächst als Dorfschule genutzt. Der kleinere Raum war zudem Kirchsaal, so dass auch heute noch ein kleines Glockentürmchen den Dachstuhl des Hauses ziert.
Anfang der 70er-Jahre kam der Kindergarten-Anbau hinzu; und das Gebäude wurde zum Bürgerhaus umfunktioniert. In den 80er-Jahren wurde der große Saal räumlich noch einmal erweitert.
Das Bürgerhaus wird vielfältig vom Bürgerverein Gisselberg in Anspruch genommen. Der Bürgerverein hat sich im Jahr 1974 gegründet, als Gisselberg im Zuge der Gebietsreform zu einem Stadtteil von Marburg wurde. Ziel des Vereins ist es, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Einwohnerschaft zu fördern.
Zu seinen Angeboten gehören unter anderem eine Singgruppe, eine Tanzgruppe und Gymnastik. Auch die Sitzungen des Bürgervereins und des Ortsbeirats finden im Bürgerhaus statt.
Des Weiteren werden die Räume auch vom benachbarten Kindergarten genutzt. Der große Saal dient dabei für Spiel- und Bewegungsangebote, der kleine Saal auch schon mal für den Mittagsschlaf.
„Das Bürgerhaus ist ein elementarer Baustein des Zusammenlebens und unverzichtbarer Mittelpunkt in unserem Stadtteil“, erklärte Ortsvorsteher Gernot Günther. „Jeder Euro ist daher auch eine Investition in das gelebte Für- und Miteinander und die Lebensqualität der Gisselberger*innen.“
Außerdem gibt es noch einen Frauentreff sowie hin und wieder Volkshochschulkurse im Bürgerhaus. Wegen Corona und der laufenden Bauarbeiten war in den letzten Monaten allerdings eher wenig los.
Derzeit wird im Bürgerhaus eine behindertengerechte Toilette geschaffen, dort wo zuvor die Küche war. Eine neue Küche mit modernem Mobiliar ist dafür im Nebenraum des Veranstaltungsraums eingerichtet worden.
Günther ist froh über die laufenden Arbeiten. „Das Vorhandensein einer barrierefreien Toilette kann mitunter ein Auswahlkriterium für einen Veranstaltungsort sein insbesondere bei älteren Menschen“, betonte er die Wichtigkeit der Maßnahme, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Eine grundhafte Sanierung mit Umbau der Kita soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Direkt gegenüber vom Bürgerhaus liegen ein Bolzplatz, ein kleiner Spielplatz und ein Mehrgenerationenplatz mit Fitnessgeräten, Pavillon und einer Boule-Bahn. „Wenn private Familienfeiern im Bürgerhaus stattfinden, können sich dort die Kinder ein bisschen austoben“, erklärte Günther. Der Mehrgenerationenplatz wurde 2019 von der Stadt Marburg und dem Land Hessen im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms eingerichtet.
„Beim Anlegen der Boule-Bahn und Aufstellen des Pavillons haben auch Gisselberger Bürger*innen kräftig mitangepackt“, berichtete der Ortsvorsteher. „Das ist wirklich schön hier im Stadtteil, wenn es etwas zu tun gibt, machen viele mit.“ So veranstalten die Gisselberger*innen auch alle zwei Jahre gemeinsam ein Backhaus-Fest.

* pm: Stadt Marburg

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