Profitgier gegen Personal: Linke kritisiert Entlassungen bei CSL

„CSL-Entlassungen sollen Superprofite vergrößern.“ das hat Die Linke am Dienstag (3. Februar) kritisiert.
Die Pläne von CSL Behring weitere 500 Beschäftigte in Marburg zu entlassen stoßen auf den entschiedenen Widerstand des Kreisverbands der Linken, der sich mit den Betroffenen solidarisch erklärt hat. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum bei einem der gewinnstärksten Unternehmen Personal entlassen werden soll, es sei denn es winken noch höhere Profite“, , kommentierte die Linken-Kreisvorsitzende Miriam Stoll die Vorgänge. Bereits im Sommer war bekannt geworden, dass der „größte Standort für Forschung und Entwicklung von CSL“ geschlossen und 500 Beschäftigte entlassen werden sollten. Über den „Leuchtturm der Biotechnologie“ hatten sich vorher Ministerpräsident Boris Rhein von der CDU, Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger von der FDP und zuletzt im Februar 2025 Staatsminister Kaweh Mansoori von der SPD bei Besuchen beeindruckt gezeigt.
„Es ist kaum zu begreifen, dass ein Forschungslabor, das erst vor drei Jahren für 150 Millionen Euro gebaut worden war, dennoch geschlossen wird und 500 Menschen ihre Jobs verlieren“, erklärte Stoll. Jan Schalauske, der wie Stoll für die Stadtverordnetenwahl kandidiert, verweist darauf, dass der Mutterkonzern CSL im Geschäftsjahr 2024/25 seinen Umsatz auf 15,5 Milliarden Dollar steigern konnte und den Gewinn nach Steuern um 12 Prozent auf 3,4 Milliarden „Eine Gewinnmarge von über 20 Prozent, die nur einer kleinen Minderheit von Unternehmen vergönnt ist, reicht offenbar nicht aus, um die Aktionäre zufrieden zu stellen.“ Rund 15 Prozent der weltweit 29.900 Beschäftigten des früher staatlichen australischen Unternehmens, sollen entlassen werden.
„Auch in Marburg, wo CSL 4.000 Personen beschäftigt, ist das Unternehmen keineswegs in Schwierigkeiten“, meinte Stoll. „Die letzten veröffentlichten Ergebnisse weisen für 2023 einen Gewinn von über 600 Millionen Euro aus,.“
Es gebe deshalb keinerlei Grund, Entlassungen vorzunehmen. Aussagen der Geschäftsleitung, man wisse, was die „Phase für unsere Mitarbeitenden“ bedeute und dass „ein respektvoller Umgang besonders wichtig“ sei, seien nur hohle Phrasen, die eine Umstrukturierung für noch höhere Gewinne verbergen sollen“. Schalauske verwies noch darauf, dass die Entlassungen besonders bitter seien, wo Marburg doch stets darauf bedacht gewesen sei, durch besonders niedrige Gewerbesteuersätze, die Pharmakonzerne bei Laune zu halten. Das habe schon Biontech der Stadt nicht gedankt, indem es hier die Belegschaft halbiere und stattdessen in Mainz investiere, wo der Gewerbesteuersatz auch nach der Erhöhung in Marburg noch 40 Punkte höher liege. „Es ist zu hoffen, dass die Marburger Politik von CDU bis Grüne und SPD endlich gelernt hat, dass Steuergeschenke für Unternehmen weggeworfenes Geld sind und zu strukturellen Haushaltsdefiziten“führen können.“

* pm: Die Linke Marburg

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