Hilft mir: Freiwillige Feuerwehr traf sich im Bürgerhaus Marbach

Bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Marburg herrschte im Bürgerhaus Marbach Einigkeit zum Vorschlag von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Im Sinne von Planungssicherheit soll unter breiter Beteiligung eine Prioritätenliste für künftige Investitionen aufgestellt werden.
Spies lobte den herausragenden Einsatz, den die Freiwillige Feuerwehr für die Stadt und ihre Bürger leiste. „Sie sind immer ehrenamtlich und in ihrer Freizeit da, um Hab und Gut, Leib und Leben der Menschen zu schützen“, betonte Spies. Das sei „eine mehr als beachtliche Leistung“.
Die Einsatzkräfte riskierten bei ihrer Arbeit oft die eigene Gesundheit im Dienste der Allgemeinheit, stellte Brandschutzdezernent Spies fest. Zu den Gästen der Versammlung gehörten auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle und der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Thorsten Büchner.
Aufgrund der angespannten Haushaltslage komme auch die Feuerwehr an Einsparungen nicht vorbei, bedauerte Spies. „An der Sicherheit der Feuerwehrleute darf aber nicht gespart werden“, stellte er unmissverständlich klar. „Das wird auch in Zukunft so sein.“
Im Hinblick auf die Erarbeitung eines neuen Bedarfs- und Entwicklungsplans setzt der Oberbürgermeister auf eine breite Beteiligung, bei der nach dem Beispiel des Bildungsbauprogramms (BiBaP), bei dem die Schulgemeinden zuvor Prioritätenlisten erstellt haben, die ehrenamtlichen Kräfte intensiv beteiligt werden sollen. Gesprochen werden müsse darüber, welche Mittel zur Verfügung stehen und welche Investitionen an Fahrzeugen und Gebäuden besonders wichtig sind, um Planbarkeit und Flexibilität zu gewährleisten, sagte der Oberbürgermeister. Auch Feuerwehrchefin Carmen Werner betonte, dass der Bedarfs- und Entwicklungsplan weiterzuentwickeln sei.
Spies bedauerte zugleich, dass der Neubau der Feuerwache in Cappel mit eingegliederter Landesjugendfeuerwehrschule nicht vorankommt. „Es ist eine unnötige Verzögerung, die mehr als ärgerlich ist.“
Das liege nicht an der Stadt, denn die eigenen Mittel für die Planungen seien im Haushalt eingestellt. Vielmehr sei das Land Hessen gefordert, die getroffenen Vereinbarungen einzuhalten.
Der stellvertretende Feuerwehrchef Andreas Brauer freute sich in seinem Bericht, dass der Personalstand mit mehr als 500 Einsatzkräften in den letzten Jahren konstant weit über dem Bedarf von 405 liegt. 531 waren es zum Stichtag 31. Dezember 2016.
Der Anteil von Frauen hat sich laut Brauer leicht auf nunmehr 13 Prozent erhöht. Auch das sei erfreulich genauso wie die Entwicklung der Mitgliederzahlen bei der Jugendfeuerwehr, die nach Jahren des Absinkens mit 164 fast wieder den Stand von 2011 erreicht habe. Das liege vor allem an der sehr guten Arbeit der Jugendfeuerwehrwarte.
Einsatztechnisch bezeichnete der stellvertretende Feuerwehrleiter 2016 als „durchaus normales Jahr“, in dem die Einsätze leicht auf 912 gestiegen sind. Neben Brandsicherheitsdienst, allgemeiner Hilfe und Fehlalarmen gab es 198 Brandeinsätze. Besondere Ereignisse seien unter anderem ein Kellerbrand in der Neuen Kasseler Straße, ein Wohnungsbrand in Wehrda, bei dem der Bewohner das Feuer selbst gelegt hat, sowie eine Gasexplosion in Moischt gewesen.
Brauer lobte die große Bereitschaft zu Aus- und Weiterbildung in den Marburger Feuerwehren. 178 Lehrgänge seien besucht worden. „Aus meiner Sicht ist das ein Spitzenwert“, erklärte er.
„Wir werden die Planungen liefern“, versprach Jens Seipp bei seinem letzten Bericht im Hinblick auf die Beteiligung am Bedarfs- und Entwicklungsplan. Nach zwei Amtszeiten stellte er sich als Sprecher der ehrenamtlichen Einsatzkräfte nicht mehr zur Wahl.
„Es ist ein wichtiges und verantwortungsvolles Amt, das ich sehr gerne ausgefüllt habe“, betonte Seipp. Ein Höhepunkt seiner Amtszeit sei sicherlich der Aufbau der Freiwilligen Feuerwehr in Bauerbach gewesen, erklärte der scheidende Sprecher.
Zu Seipps Nachfolger wählten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte für die kommenden fünf Jahre mit großer Mehrheit Marc Prause von der Freiwilligen Feuerwehr Moischt. Er habe bereits mehrere Führungspositionen innegehabt, erklärte der 39-jährige Feuerwehrmann. Daher kenne er die Strukturen, aber auch die Probleme.
Auf der Tagesordnung stand auch die Ernennung von Führungskräften der Freiwilligen Feuerwehr Marburg als Ehrenbeamte. Zudem würdigte Oberbürgermeister Spies die Verdienste der aus dem Amt scheidenden Feuerwehrleute.

* pm: Stadt Marburg

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