Stadt zeichnet Arbeitgeber aus: Gütesiegel „Interkulturelle Vielfalt leben“

Die Stadt führt das neue Gütesiegel „Interkulturelle Vielfalt LEBEN“ ein. Damit will sie Unternehmen, Verwaltungen und freie Träger in Stadt und Region auszeichnen, die ein interkulturelles Vorbild sein können.
Das neue Gütesiegel soll zeigen, wie kulturelle Vielfalt zum Erfolg führt. Arbeitgeber können sich darum bis zum 28. Februar 2020 bewerben. Das ist „die gute Nachricht der Woche“.
„Integration ist eine zentrale Antwort auf den Fachkräftemangel“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Ich bin sehr froh darüber, dass wir gemeinsam mit der Philipps-Universität ein Gütesiegel für Organisationen entwickelt haben, mit dem wir sichtbar machen, welche Arbeitergeber*innen sich in unserer Region für interkulturelle Vielfalt einsetzen.“
Das Gütesiegel „Interkulturelle Vielfalt LEBEN“ stellt eine Auszeichnung dafür dar, dass Gleichberechtigung und interkulturelle Vielfalt in Organisationen gelebt werden. Das Herzstück ist ein Fragebogen. Er besteht aus sechs Modulen.
Arbeitgebende werden befragt, wie sie den Übergang und das Ankommen der Menschen mit Migrationshintergrund im Unternehmen unterstützen, inwieweit Ressourcen und Fähigkeiten der Menschen in der Organisation gestärkt und entwickelt werden und wie faire und solidarische Zusammenarbeit in der Organisation gestaltet wird. Gefragt wird auch danach, wie Organisationen interkulturelle Vielfalt strategisch nutzen. Honoriert wird nicht zuletzt, wenn sich Arbeitgeber*innen in Sachen Vernetzung in der Region für kulturelle Vielfalt stark machen.
Der Fachbereich Zivilgesellschaft, Stadtentwicklung, Migration und Kultur der Universitätsstadt Marburg hat das Gütesiegel gemeinsam mit Prof. Dr. Susanne Maria Weber vom Institut für Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität und ihrem Team erarbeitet. Bei ihr lag auch die Federführung.
Erste Ideen für das Gütesiegel lieferte der Runde Tisch Integration, den die Stadt Marburg seit vielen Jahren organisiert. Mitgewirkt haben Akteure aus unterschiedlichen Organisationen der Region. Zuletzt trafen sie sich in einer „Gütesiegel-Werkstatt“ im Juni 2019 mit mehr als 60 Teilnehmenden.
„Mehr als ein Jahr lang haben wir an dem Siegel gearbeitet“, berichtete Fachbereichsleiterin Dr. Christine Amend-Wegmann. „Ganz herzlichen Dank an alle, die sich so aktiv eingebracht haben, besonders an Professorin Weber. Jetzt hoffen wir natürlich, dass sich viele Arbeitergeber*innen bewerben werden.“
Bis Freitag (28. Februar) können sich Organisationen für das Gütesiegel bewerben, die Arbeitsplätze anbieten. Das reicht vom kleinen Handwerksbetrieb über freie Träger bis hin zu großen Verwaltungen. Für Fragen stehen Beschäftigte des Fachdiensts Migration und Flüchtlingshilfe mit Rat und Tat zur Seite.
So wird gerade auch kleineren Betrieben die Bewerbung erleichtert. Die besten Bewerbungen werden im ersten Halbjahr 2020 öffentlich mit einem Preis ausgezeichnet. Dabei wird wegen der unterschiedlichen Voraussetzungen nach kleinen und großen Organisationen unterschieden.
„Als globales Unternehmen mit Mitarbeitenden in mehr als 30 Ländern stehen wir für interkulturelle Vielfalt“, erklärte Johanna Wege von CSL Behring. „Wir glauben, dass wir durch die Förderung und Achtung der individuellen Fähigkeiten, Erfahrungen und Anschauungen unserer Mitarbeitenden besser in der Lage sind, unseren Patienten zu helfen. Vielfalt ist ein wesentliches Element unserer Kultur und eine wichtige Voraussetzung für weiteres Wachstum unseres Unternehmens.“
Gerhard Wenz ergänzte: „Zehn Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis sind Ausländer*innen; noch deutlich mehr haben einen Migrationshintergrund. Dies ist der beste Beleg dafür, dass für viele Betriebe Vielfalt gelebte Wirklichkeit ist“, meinte der Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Marburg.
„Der demografische Wandel führt in den nächsten Jahren zu einem deutlichen Rückgang des Erwerbspersonenpotentials. Das bedeutet, dass es weiterhin gelingen muss, Arbeitskräfte aus einem anderen Kulturkreis und mit zunächst unzureichenden Deutschkenntnissen gut in den Arbeitsmarkt zu integrieren –
wesentlicher Faktor dafür ist die ,Willkommenskultur‘ im kleinen Handwerksbetrieb genauso wie im Großunternehmen.“
Unterlagen und weitere Informationen gibt es unter www.marburg.de/guetesiegel-interkulturelle-vielfalt-leben. Auskunft erteilt auch Dr. Andrea Wagner vom Fachdienst Migration und Flüchtlingshilfe der Universitätsstadt Marburg unter der Telefonnummer 06421/201-1096 oder per Mail an andrea.wagner@marburg-stadt.de.

* pm: Stadt Marburg

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