Grundstein gelegt: Ahmadiyya-Moschee entsteht in Cappel

Als „Zeichen für Marburg als Heimat“ bezeichnete Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies die Grundsteinlegung der hmadiyya-Moschee. Der Bau eines Gotteshauses zeige, dass die Menschen, die es errichten, dort bleiben wollen, wo sie wohnen.
Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Marburg baut im Gewerbegebiet in Cappel eine eigene Moschee. An der Grundsteinlegung nahmen fast .1000 Menschen teil. Darunter waren auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle und Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk sowie zahlreiche Repräsentanten aus Politik, Gesellschaft und Vertreter der Religionsgemeinschaften.
Zur Grundsteinlegung am Freitag (21. April) war Hadrat Mirza Masroor Ahmad als weltweites Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat in die Universitätsstadt gekommen. Er freute sich, dass so viele Marburgerinnen und Marburger zu der Zeremonie gekommen waren. „Die Teilnahme bedeutet, dass Sie ein offenes Herz haben“, sagte er.
„Wir kennen Sie; und die Grundsteinlegung ist ein Symbol dafür, dass Sie sich hier wohlfühlen“, sagte Oberbürgermeister Spies in Richtung der Marburger Ahmadiyya. „Ihre Gemeinde ist schon lange Teil unserer Gesellschaft und unserer Heimat“, ergänzte in die gleiche Richtung Landrätin Kirsten Fründt.
In der Universitätsstadt Marburg habe eine friedliche Auseinandersetzung mit dem Glauben eine lange Tradition, hob Spies hervor. Er nannte unter anderem das Marburger Religionsgespräch von 1529, zu dem Landgraf Philipp der Großmütige die Reformatoren Martin Luther und Ulrich Zwingli eingeladen hatte.
Bis heute gebe es einen guten konstruktiven Dialog in der Stadt, in der jeder nach seiner Fasson leben könne, betonte Spies. Es sei der Dialog, der ein gutes Zusammenkleben möglich mache.
Als Oberhaupt seiner Gemeinde betonte Ahmad, dass die wahre Lehre des Islams Liebe, Freude und vor allem Toleranz auch anderen Religionen gegenüber beinhalte und nicht Terror, der von denjenigen ausgehe, die den Islam nicht richtig verstünden. Nicht nur Moscheen müssten geschützt werden, sondern alle Gotteshäuser.
„Wir müssen dem Menschen dienen“, erklärte Ahmad. „Ohne diese Einstellung ist jeder Gottesdienst sinnlos“.
Die Menschen müssten dafür sorgen, bereits das Diesseits zum Paradies zu machen. Diejenigen, die Terror predigten und verbreiteten, wollten dagegen „das Paradies zur Hölle machen“.
Wie der Bundesvorsitzende Abdullah Uwe Wagishauser von der Ahmadiyya Muslim Jamaat hervorhob, engagieren sich die Mitglieder auch sozial. In Marburg geschehe das etwa beim Saubermachen der Stadt zu Neujahr oder durch ihren Spendenlauf, der gemeinnützigen Zwecken zugute komme. „Wir wollen mit unseren Worten und Taten für Frieden sorgen“, betonte er.
Die Moschee in Cappelwerde neben zwei Gebetsräumen eine Wohnung für den Imam sowie eine Bibliothek beherbergen. Damit sie als Moschee erkennbar wird, erhalte sie ein kleines Zierminarett.

* pm: Stadt Marburg

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