Wertvolle Genüsse: Kammerorchester aus Prag begeisterte Pubblikum im EPH

Klassische Musik vom Feinsten bot der Marburger Konzertverein (MKV) am Dienstag (23. Oktober). Im Erwin-Piscator-Haus (EPH) gastierte das Kammerorchester des Nationaltheaters Prag.
Den Abend eröffnete das Orchester mit der Konzert-Ouvertüre „Schöne Melusine“ in F-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Fein und zugleich kraftvoll intonierten die Musiker die perlenden Klänge ebenso wie die stärkeren Passagen des Opus 32 des Romantikers. Einfühlsam dirigierte Petr Vronský sein ausdrucksstarkes Kammerorchester den ganzen Abend hinweg.
Anschließend verzauberte Petr Nouzovský mit seinem Violoncello die Gäste beim Cello-Konzert in a-Moll von Robert Schumann. Dessen opus 129 entführte die Anwesenden in eine ebenso romantische Musikwelt wie die Ouvertüre zuvor. Der Solist begeisterte das Publikum so sehr, dass es ihm noch vor der Pause eine Zugabe abverlangte.
Nach der Pause folgte auf die meisterhaft dargebotenen Meisterwerke die vierte Symphonie in B-Dur von Ludwig van Beethoven. Kaum erwartbar war, dass das Kammerorchester dieses geniale Werk noch grandioser ausführte als die zuvor vorgetragenen Stücke. Doch Beethoven motivierte die Prager Musiker offenkundig zu Höchstleistungen.
Die Begeisterung des Publikums verlangte den Musikern gleich zwei Zugaben ab. Antonin Dvoraks „Kroatischer Tanz Nummer 10“ schwebte luftig-leicht durch das EPH und verführte die Anwesenden zum träumen. „Cosi fan Tutti“ von Wolfgang Amadeus Mozart schließich krönte einen großartigen Abend mit einer zweiten Höchstleistung des Kammerorchesters aus Prag.
Wieder einmal haben die Ehrenamtlichen des Marburger Konzertvereins der Universitätsstadt zu einem wahren Hochgenuss verholfen. Freunde klassischer Musik kamen auch diesmal voll auf ihre Kosten. Wünschenswert wäre, wenn möglichst viele Menschen dieses großartige Angebot für sich entdeckten und sich ebenfalls mit der meist meisterhaft dargebotenen Musik von Bach bis Beethoven und von Mendelssohn-Bartholdy bis Mozart oder von Schubert bis Schumann anfreundeten.

* Franz-Josef Hanke

Kommentare sind abgeschaltet.