Bewohner vergretzt: Maximale rücksichtnahme bei Ersti-OE

Stadt, Universität und Studentenwerk sprechen sich für eine gemeinsame und friedliche Nutzung öffentlicher Räume durch Studierende und Bewohner der Stadt aus. Dazu haben sie eine Erklärung zum Studienstart unterzeichnet.
Wie jedes Jahr beginnt auch das Wintersemester 2018/19 für Erstsemester schon eine Woche vor der Vorlesungszeit. Von Montag (8. Oktober) bis Freitag (12. Oktober) gestalten die aktiven Fachschaften in diesem Jahr die Orientierungseinheiten (OE), um den neuen Studierenden den Einstieg in das Studium zu erleichtern.
Vor allem die Stadt-Rallyes für die neuen Erstsemester-Studierenden und die damit einhergehende Feierlaune während der OE betrachten insbesondere viele Bewohnerinnen und Bewohner der Oberstadt allerdings mit gemischten Gefühlen: Müll, Lärm und auch einzelne Übergriffe sorgen immer wieder für Ärger. Seit 2014 finden deshalb regelmäßig Gesprächsrunden zwischen studentischen Fachschaften, den Ortsbeiräten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Philipps-Universität und der Stadtverwaltung statt, um die negativen Auswirkungen der OE zu minimieren und für einen friedlichen und guten Start in das neue Semester für alle zu sorgen.
„Jedes Semester erfährt die Stadt eine Bereicherung durch neue, lebendige, kreative Menschen, über die wir uns sehr freuen“, betonte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Diese Lebendigkeit erleben wir insbesondere zur OE-Woche. Deswegen wollen wir an dieser Stelle dafür werben, dass alle Menschen in Marburg auch in ihrer Lust, zu feiern, respektvoll miteinander umgehen.“
Deshalb haben er und Bürgermeister Wieland Stötzel sich in einem gemeinsamen Appell mit Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause, Vizepräsidentin Prof. Dr. Evelyn Korn und Arne Kauffmann vom Studentenwerk Marburg am Dienstag (25. September) im Rathaus an die Stadtöffentlichkeit gerichtet. Sie haben eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, mit der sie für Rücksicht und ein friedliches Miteinander werben.
In dieser Erklärung heißt es unter anderem: „Wir rufen zum Verzicht auf erhöhten Alkoholkonsum auf, um Eskalationen zu verhindern.“ Außerdem fordern Stadt, Uni und Studentenwerk dazu auf, Aktionen zur OE anzumelden und nur zeitlich begrenzt stattfinden zu lassen. Darüber hinaus sollen alle, die öffentliche Flächen nutzen, keinen Müll hinterlassen und sich respektvoll gegenüber Anwohnerinnen und Anwohnern und deren Privateigentum verhalten.
„Die Universität freut sich über die neuen Studierenden und neuen Marburgerinnen und Marburger, aber wir setzen darauf, dass sie sich so verhalten, dass sich auch die Marburger Stadtbevölkerung über die Neuankömmlinge freuen kann“, sagt Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause.
„Es ist schön, wenn unsere Studierenden mit Enthusiasmus und bei ausgelassener Atmosphäre beim Studienstart einen neuen Lebensabschnitt beginnen“, erklärte Vizepräsidentin Prof. Dr. Evelyn Korn, die im Unipräsidium als Ansprechpartnerin für die Orientierungseinheiten zuständig ist, „aber, wenn bestimmte Gruppendynamiken übergriffiges Verhalten fördern, dann müssen wir als Universitätsleitung und auch als Stadtgesellschaft klar dagegen Position beziehen“. Kauffmann führte aus: „Wir wollen eine OE-Woche in einem Rahmen, in dem sich alle wohlfühlen und mit Spaß dabei sind.“
Bürgermeister Stötzel führte aus, dass Stadt und Universität während der OE bereits eine gemeinsame Telefonnummer erprobt haben, unter der Marburgerinnen und Marburger sich bei Problemen melden können. „Die Kommunikation mit allen Beteiligten hat sich seit einigen Jahren erheblich weiterentwickelt“, betonte er. Studierende suchen mittlerweile Rat beim Ordnungsamt der Stadt, sprechen Aktionen ab und geben Ansprechpartner an.
Im Dialog der verschiedenen Interessengruppen ist die unterzeichnete gemeinsame Erklärung der Universitätsstadt, des Studentenwerks und der Philipps-Universität nur ein Baustein für die angestrebte schrittweise Verbesserung der Situation. Ab dem nächsten Wochenende werden die Anwohnerinnen und Anwohner der Oberstadt mit einem Informationsflyer über die anstehende OE informiert.
Zur Begrüßung und zur Information der neuen Erstsemester wird es in diesem Jahr auch erstmalig ein Willkommensfest von Stadt und Uni geben: Am Donnerstag (11. Oktober) gibt es vor dem Rathaus von 12 bis 17 Uhr ein vielfältiges Bühnenprogramm mit Grußworten von Stadt- und Unispitze, musikalischen Beiträgen und Vorstellungen diverser Initiativen. Parallel findet auf dem Marktplatz der sogenannte „Orientierungsmarkt“ (O-Markt) statt, auf dem Studierende unterschiedliche Angebote in ihrer neuen Heimat Marburg kennenlernen können.
Der Freitag (12. Oktober) steht dann im Zeichen der Studierenden: Die Fachschaft FaBiWi des Fachbereichs Erziehungswissenschaft führt in Kooperation mit dem Ortsbeirat Campusviertel eine Müllsammelaktion durch.
Dafür wird ein Abschnitt der Lahnwiesen während der ganzen OE-Woche nicht gereinigt. Am letzten Tag der OE wird es dann eine Sammelaktion geben.
Nähere Informationen über das Angebot der Orientierungseinheit und das ehrenamtliche Engagement der Fachschaften der Philipps-Universität finden Interessierte unter www.uni-marburg.de/studieneinstieg.

* pm: Stadt Marburg

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