Herzenssache: Heinrich Löwer tritt nach 37 Jahren als Ortsvorsteher ab

Heinrich Löwer hat sich 37 Jahre lang als Ortsvorsteher für Cyriaxweimar eingesetzt. Nun legt er dieses Ehrenamt auf eigenen Wunsch nieder.
Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies hat sich für das unermüdliche Wirken von Löwer bedankt und ihn aus dem Ehrenbeamtenverhältnis entlassen. Der SPD-Kommunalpolitiker ist nach fast 40 Jahren nicht nur in seinem Stadtteil eine feste Institution.
„Heinrich Löwer hat sich immer kontinuierlich und mit großer Einsatzbereitschaft für die Belange seines Stadtteiles eingesetzt – und das schon seit 37 Jahren“, lobte Spies den Kommunalpolitiker bei der Übergabe der Entlassungsurkunde im Rathaus. Das sei eine unglaublich lange Zeit im Dienste der Allgemeinheit. „Es waren fast vier Jahrzehnte als Bürgermeister von Cyriaxweimar“, sagte das Stadtoberhaupt mit einem Augenzwinkern, denn obwohl das Amt Ortsvorsteher heiße, genössen manche von ihnen im Ort so eine große Anerkennung, dass sie inoffiziell diesen Titel verdienten.
„Und das Engagement und politische Wirken von Heinrich Löwer hörte keineswegs an der Ortsgrenze von Cyriaxweimar auf“, betonte das Stadtoberhaupt mit Blick auf Löwer, der unter anderem fast 20 Jahre Stadtverordnetenvorsteher war. „Er hat sich in der gesamten Universitätsstadt Marburg durch seine vermittelnde und ruhige Art ein hohes Ansehen erworben.“
Das zeigte sich auch bei der Vielzahl der Gäste. Darunter waren Stadträtin Kirsten Dinnebier, Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk, die das Amt vor zwei Jahren von Löwer übernommen hat, sowie ehrenamtliche Magistratsmitglieder.
Seit 1985 ist Löwer Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Dort war er von 1987 bis 1996 Vorsitzender der SPD-Fraktion. 1997 bis 1999 leitete er den Haupt- und Finanzausschuss.
Im Mai 1997 wurde er stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher, bevor er im Dezember desselben Jahres das Amt des Stadtverordnetenvorstehers übernahm und bis 2016 ausfüllte. Zum Ortsvorsteher von Cyriaxweimar war er 1981 gewählt worden.
Seither hat er viele Themen begleitet, die seinen Heimatort betreffen. „Heinrich Löwer hat sich bei einem Projekt nach dem anderen engagiert“, hob Spies hervor.
Er setzte sich etwa beim Bau der Mehrzweckhalle im Jahr 2000 intensiv für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger ein, die ihn zu ihrem Vertreter gewählt haben. Ebenso engagierte er sich 2008 beim Umbau der Mehrzweckhalle und dem Bau des Mehrgenerationenplatzes und im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms, in das Cyriaxweimar 2012 aufgenommen wurde. „Zusammenhalt und vereinsübergreifendes Wirken der Menschen waren ihm bei allem, was er machte, immer besonders wichtig“, erklärte Spies.
Löwer ist außerdem ein Vermittler. Er vermittelte 37 Jahre lang zwischen „seinem“ Stadtteil und der Stadtverwaltung – etwa im Zusammenhang mit dem Baugebiet „Am Grabenacker“ und dem Bau einer Kompostierungs- und Biogas-Anlage.
Spies bedankte sich bei Löwer für dessen Einsatzfreude, Fachwissen und Verantwortungsbereitschaft und entließ ihn mit den besten Wünschen für die Zukunft aus dem Verhältnis eines Ehrenbeamten. Der Oberbürgermeister bedauerte, Löwer nicht noch eine besondere Ehrung zukommen lassen zu können, „denn er hat schon alles bekommen“, zuletzt das Bundesverdienstkreuz. Als Anerkennung seiner Verdienste erhielt er eine Schieferplatte mit dem Dank der Universitätsstadt.
Löwer betonte, dass ohne seine Familie die Arbeit nicht möglich gewesen wäre. Aber auch Stadtverordnetenversammlung und Stadtverwaltung seien ihm immer offen gegenübergetreten. Im Übrigen sei ihm nicht nur Cyriaxweimar wichtig gewesen, „denn wir haben das Allnatal immer als gemeinsames Projekt betrachtet“.

* pm: Stadt Marburg

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