Grüne mit Gestaltungswillen: Nadine Bernshausen will Oberbürgermeisterin werden

Nadine Bernshausen soll Marburgs erste Oberbürgermeisterin werden. Für Die Grünen tritt sie am 6. Juni 2027 zur Wahl an.
Am 6. Juni 2027 finden in Marburg Oberbürgermeisterwahlen statt. Die Marburger Grünen haben Nadine Bernshausen am Dienstag (3. November) einstimmig zu ihrer Kandidatin gewählt. Bei der größten Stadtmitgliederversammlung seit Jahren erhielt die 47-jährige von 58 Anwesenden 56 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen. Mit Bernshausen soll erstmals in der über 800-jährigen Geschichte Marburgs eine Frau an die Spitze der Stadt kommen.
In ihrer Bewerbungsrede machte Bernshausen deutlich, dass die kommenden Jahre entscheidend für die Entwicklung Marburgs sind. Angesichts der schwierigen Haushaltslage brauche die Stadt klare Prioritäten und die Finanzsituation müsse wieder geordnet werden. Zugleich brauche es Mut und Entschlossenheit, um die Zukunft aktiv zu gestalten. Dabei gehe es darum, Marburg als soziale, vielfältige, sehr kinderfreundliche und lebenswerte Stadt weiterzuentwickeln.
„Ich freue mich sehr über das einstimmige Votum und das große Vertrauen“, erklärte Nadine Bernshausen. „Als Bürgermeisterin weiß ich, welche Herausforderungen auf unsere Stadt zukommen. Wir müssen unsere Finanzen wieder ordnen. Bei Kinderbetreuung, sozialen Leistungen, Jugendarbeit, Sport, Kultur, Feuerwehren und den Investitionen in unsere Infrastruktur darf es keinen Kahlschlag geben. Ich möchte dafür sorgen, dass Marburg auch in Zukunft eine soziale, vielfältige und weltoffene Stadt bleibt. Marburg soll eine Stadt bleiben, in der Vielfalt selbstverständlich ist und niemand ausgegrenzt wird. Gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit werde ich mich als Oberbürgermeisterin entschieden stellen. Ich möchte Oberbürgermeisterin für alle Marburgerinnen und Marburger sein und bin für jedes Anliegen ansprechbar.“
Bernshausen bringt langjährige kommunalpolitische Erfahrung und umfassende Verwaltungspraxis mit. Die ausgebildete Richterin engagiert sich seit vielen Jahren in der Marburger Kommunalpolitik und im Kreistag Marburg-Biedenkopf, dessen stellvertretende Vorsitzende sie über mehrere Jahre war. Nach der Kommunalwahl 2021 übernahm sie den Vorsitz der Grünen Stadtverordnetenfraktion. Seit 2022 ist sie Bürgermeisterin der Universitätsstadt Marburg.
In diesem Amt hat sie Verantwortung für zahlreiche Bereiche der Stadtverwaltung getragen. Darunter sind Kinderbetreuung, Schulen, Kinder-
und Jugendhilfe, Klimaschutz, Gleichstellung, Bildung und Straßenverkehr. Sie ist außerdem Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Marburg (SWM).
Über die Kommunalpolitik hinaus ist Bernshausen ehrenamtlich engagiert. Sie ist Präses des Evangelischen Kirchenkreises Marburg, Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Vorsitzende des Vereins „Vielfalt Marburg“.
Die Grüne Mitgliederversammlung wurde von Redebeiträgen aus der Landes- und Bundespolitik begleitet. Der Fraktionsvorsitzende Mathias Wagner von der Grünen Landtagsfraktion und die Landtagsabgeordnete Julia Herz betonten die große Sachkenntnis Bernshausens. Sie berät die Landtagsfraktion regelmäßig bei kommunalen Themen. Auch Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour unterstützte Bernshausens Kandidatur, lobte ihre Fähigkeiten, auf ganz unterschiedliche Gruppen und Menschen einzugehen und betonte ihre Haltung, dass Kommunalpolitik Hilfe und Nächstenliebe für die Schwächsten bedeutet.

* pm: Die Grünen Marburg

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