Heimliche Goalgeister: SSG BliStA stieg auf Platz 3

Spannung bis in die Schlussminute lieferte der Heimspieltag der SSG BliStA Marburg am Samstag (17. Oktober). Der Goalball-Bundesligist kletterte dabei auf Rang drei.
Beim Heimspieltag der Goalball Bundesliga zeigte die SSG BliStA Marburg vor heimischem Publikum eine kämpferische Leistung und sammelte wichtige Punkte im Rennen um die oberen Tabellenplätze. Nach einem dramatischen Comeback gegen den VfL Blau-Weiß Neukloster und einem deutlichen Erfolg gegen L.E. Sport Leipzig musste sich die Mannschaft zum Abschluss dem amtierenden Deutschen Meister RGC Hansa Rostock geschlagen geben. Dennoch gab es Grund zur Freude: Marburg verbesserte sich auf den dritten Tabellenplatz und hat damit weiterhin gute Chancen auf die Bronzemedaille.
Zum Auftakt traf Marburg auf den direkten Tabellennachbarn VfL Blau-Weiß Neukloster. Nach der Niederlage im Hinspiel war die Mannschaft hoch motiviert, sich gegen den Aufsteiger aus der vergangenen Saison zu revanchieren. Cheftrainer Stefan Weil setzte auf Neuzugang Modgim Ehzan auf der linken Position, Stammspieler Nils Emig auf der rechten Seite und Nationalspieler Kürsat Özdemir auf der Center-Position.
Die taktische Ausrichtung schien zunächst voll aufzugehen: Marburg startete furios und erspielte sich innerhalb der ersten zehn Minuten eine komfortable 8-zu-2-Führung. Insbesondere Jugendnationalspieler Ehzan setzte mit seinen offensiven Aktionen immer wieder Akzente und stellte die gegnerische Abwehr vor große Probleme.
Doch Neukloster gab sich keineswegs geschlagen. Angeführt von Nationalspieler Davis Hardwig kämpften sich die Gäste Tor um Tor zurück in die Partie. Aus dem deutlichen Rückstand wurde zunächst der Ausgleich, ehe Neukloster sogar die Führung übernahm.
Auch ein Wechsel auf der Center-Position – Kürsat Özdemir machte Platz für Roman Qayumi – brachte zunächst nicht die erhoffte defensive Stabilität. Qayumi hatte eine Erkältung noch nicht vollständig auskuriert und war entsprechend noch nicht bei hundert Prozent. Drei Minuten vor Schluss lag Marburg mit zwei Toren zurück.
In dieser schwierigen Situation brachte Weil den erst 15-jährigen Thorben Reichel. Der Nachwuchsspieler sorgte für neue Stabilität in der Defensive und half dabei, die Aufholjagd einzuleiten. Die SSG stemmte sich mit großem Einsatz gegen die drohende Niederlage und belohnte sich schließlich mit einem hart erkämpften 15-zu-15-Unentschieden.
Um 14.40 Uhr wartete mit L.E. Sport Leipzig der zweite Gegner des Tages auf die Marburger. Die Leipziger waren bis dahin noch ohne Punktgewinn geblieben, wollten in Marburg aber unbedingt Zählbares mitnehmen. Erneut erwischte die SSG einen starken Start und setzte sich früh ab.
Im Vergleich zur ersten Begegnung präsentierte sich die Defensive deutlich stabiler und ließ den Gegner nur selten zu einfachen Torerfolgen kommen. Gleichzeitig nutzte Marburg seine Chancen konsequent und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Der verdiente Lohn war ein 18-zu-8-Erfolg, durch den die SSG die Begegnung vorzeitig für sich entschied.
Zum Abschluss des Heimspieltags wartete mit dem RGC Hansa Rostock die wohl größte Herausforderung. Der amtierende Deutsche Meister hatte im September erstmals die Champions League gewonnen und damit seine internationale Spitzenstellung eindrucksvoll bestätigt. Wie dominant die Rostocker derzeit auftreten, hatten bereits ihre Ergebnisse am Spieltag gezeigt: Gegen den BSS Ilvesheim setzte sich der RGC mit 10 zu 0 durch, gegen Neukloster gewann er mit 11 zu 1. Auch Marburg konnte dem Tempo und der Effizienz des Favoriten nur wenig entgegensetzen. Rostock kontrollierte die Partie und entschied sie mit 11 zu 1 für sich.
Cheftrainer Weil zog nach dem Heimspieltag ein gemischtes – insgesamt aber positives – Fazit: „Das Spiel gegen Neukloster war ein Wechselbad der Gefühle. Wir starten hervorragend, verlieren danach aber zu sehr die Kontrolle und müssen uns am Ende mit viel Kampfgeist zurückarbeiten. Dass die Mannschaft nach diesem Rückschlag noch das 15 zu 15 erreicht, spricht für ihre Moral.“ Gegen Leipzig habe sie einen wichtigen Sieg eingefahren.
„Rostock ist aktuell auf einem außergewöhnlichen Niveau“, erklärte Weil. „Da müssen wir anerkennen, dass uns noch einiges fehlt. Besonders gefreut haben mich die Leistungen unserer jungen Spieler: Modgim hat offensiv viel Qualität eingebracht, und Thorben hat mit gerade einmal 15 Jahren in allen drei Spielen Verantwortung übernommen. Darauf können wir aufbauen. Jetzt gilt es, die Fehler aufzuarbeiten und uns konzentriert auf den letzten Spieltag vorzubereiten.“
Durch den Sieg gegen Leipzig und das Unentschieden gegen Neukloster kletterte die SSG BliStA Marburg auf den dritten Tabellenplatz. Dahinter liegen der VfL Blau-Weiß Neukloster und der BSS Ilvesheim mit jeweils sieben Punkten. Damit bleibt das Rennen um Rang drei weiterhin offen.
Die endgültige Entscheidung fällt am Samstag (14. November) beim letzten Spieltag in Rostock. Für die Marburger wird es darauf ankommen, an die starken Phasen des Heimspieltags anzuknüpfen, die defensive Konstanz zu verbessern und die verbleibenden Chancen konsequent zu nutzen. Die Ausgangslage verspricht einen spannenden Saisonabschluss.

* pm: SSg BliStA Marburg

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