Vorher vorsorgen: RP gibt Tipps zum Katastrophenschutz

„Katastrophenvorsorge beginnt nicht, wenn etwas passiert, sondern vorher.“ Zum „Tag der internationalen Katastrophenvorsorge am Dienstag (13. Oktober) gibt das Regierungspräsidium (RP) Gießen Tipps für die persönliche Vorsorge.
Katastrophen und Krisen kündigen sich nicht immer lange im Voraus an. Ob Unwetter, Hochwasser, ein länger andauernder Stromausfall oder andere Notlagen: Wenn gewohnte Abläufe plötzlich nicht mehr funktionieren, kommt es darauf an, vorbereitet zu sein. „Katastrophenvorsorge beginnt nicht, wenn etwas passiert, sondern vorher“, sagte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich zum „Tag der internationalen Katastrophenvorsorge“ am Dienstag (13. Oktober). Die Fachleute im Regierungspräsidium (RP) Gießen haben Tipps, wie die Bürgerinnen und Bürger mit wenigen einfachen Maßnahmen sich selbst und andere im Ernstfall besser schützen können.
Im Notfall zählen vor allem verlässliche Informationen. Wer weiß, was passiert und welche Maßnahmen empfohlen werden, kann schneller und angemessener reagieren. Das RP Gießen empfiehlt daher, sich frühzeitig mit den verschiedenen Warn- und Informationsmöglichkeiten vertraut zu machen.
Eine wichtige Möglichkeit dafür ist die Warn-App „NINA“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Über die App können amtliche Warnungen und wichtige Informationen direkt auf das Smartphone übermittelt werden. Je nach Lage stehen außerdem Cell Broadcast, Sirenen, Radio, Fernsehen oder Internetangebote zur Verfügung. Wichtig ist, sich nicht nur auf einen einzigen Informationsweg zu verlassen. Gerade bei einem Strom- oder Mobilfunkausfall können einzelne Kommunikationswege eingeschränkt sein.
„Auch ein gut gefüllter Haushalt kann in einer Krise schnell an seine Grenzen kommen“, warnte Daniela Jensen vom RP-Dezernat, das auch für Brand-
und Katastrophenschutz zuständig ist. Deshalb gehört ein persönlicher Notvorrat zur grundlegenden Vorsorge. „Haushalte sollten möglichst in der Lage sein, sich zehn Tage selbst zu versorgen“, lautet ihre Empfehlung. Auch ein Vorrat für drei Tage ist bereits eine wichtige Grundlage und kann Schritt für Schritt erweitert werden.
Zum Vorrat gehören vor allem ausreichend Trinkwasser und Lebensmittel, die auch ohne aufwendige Zubereitung gegessen werden können. Bei der Zusammenstellung sollten persönliche Bedürfnisse berücksichtigt werden, etwa besondere Ernährungsformen, Allergien oder die Versorgung von Kindern und Haustieren. Auch wichtige Medikamente und Hygieneartikel gehören dazu. Vorsorge muss dabei nicht auf einmal erfolgen. „Sie kann Schritt für Schritt in den Alltag integriert werden, indem haltbare Lebensmittel regelmäßig verbraucht und ergänzt werden.“
In einer Notlage kann der schnelle Zugriff auf persönliche Unterlagen besonders wichtig sein. „Machen Sie sich frühzeitig Gedanken darüber, welche Dokumente im Notfall benötigt werden und wie diese geschützt und zugänglich aufbewahrt werden können“, riet Jensen. Dazu können beispielsweise Ausweisdokumente, Versicherungsunterlagen, wichtige Verträge oder medizinische Informationen gehören. „Es ist sinnvoll, wichtige Unterlagen geordnet zusammenzustellen und zusätzlich sicher aufzubewahren“, empfahl sie. Dabei sollte auf einen angemessenen Schutz der persönlichen Daten geachtet werden.
Wenn Telefon- und Internetverbindungen gestört sind, kann die Kommunikation schnell schwierig werden. „Umso wichtiger ist es, gemeinsame Abläufe bereits vor einer Krise festzulegen.“ Familien und Haushalte sollten wichtige Notfallkontakte notieren und nicht ausschließlich im Smartphone speichern. Dazu können beispielsweise Angehörige oder Nachbarn gehören.
Auch ein gemeinsamer Treffpunkt sollte vereinbart werden: Wo treffen wir uns, wenn wir uns nicht telefonisch erreichen können? Ein festgelegter Ort gibt in einer solchen Situation Orientierung.
Vorsorge sollte man gemeinsam denken. Katastrophenvorsorge ist nicht nur eine Aufgabe von Behörden und Einsatzkräften; auch die Bevölkerung kann einen wichtigen Beitrag leisten. „Wer sich informiert, einen Notvorrat anlegt und weiß, wie im Ernstfall gewarnt wird, kann sich zunächst selbst helfen und dadurch Einsatzkräfte entlasten“, erläuterte Jensen vom RP Gießen.
Bei einer großflächigen oder schweren Schadenslage können Hilfeleistungen nicht überall gleichzeitig eintreffen. Erste Schritt können deshalb sein, eine Warn-App zu installieren, den eigenen Notvorrat zu überprüfen, wichtige Dokumente zu sichern, Notfallkontakte aufzuschreiben und einen Treffpunkt mit der Familie zu vereinbaren. Wer sich außerdem regelmäßig über Warn- und Informationsmöglichkeiten informiert, schafft eine wichtige Grundlage für das eigene Verhalten in Krisensituationen.
Der aktuelle Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietetdazu weitere Informationen, Empfehlungen und Checklisten. Er kann kostenlos unter www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Ratgeber-Checkliste/ratgeber-checkliste_node.html abgerufen oder als Broschüre bestellt werden. Die Empfehlungen sind als Hilfestellung gedacht und können an die persönliche Lebenssituation angepasst werden.

* pm: Regierungspräsidium Gießen

Kommentare sind abgeschaltet.