Ein Demonstrationszug graubehaarter Köpfe läuft den Pilgrimstein entlang. Wer protestiert da wogegen?
„Weiterdenken Marburg“, antwortet eine Demonstrantin. „Nazis“, erläutert daraufhin ein Passant seiner Begleiterin. „Wir sind keine Nazis“, erwidert daraufhin eine andere Demonstrantin empört.
Die Oberstadt ist voller Menschen. Am Samstag (19. September) sind viele zum Einkaufen in die Stadt gekommen. Die Restaurants rund um den Marktplatz sind gut besetzt.
Im Playback-Verfahren schmettert ein Tenor auf dem Marktplatz bekannte Opernarien. Sein repertoire reicht von Giuseppe Verdi und seiner Arie „La donna è mobile“ aus „Rigoletto“ über den “ Gefangenenchor“ aus „Nabucco“ über „Nessun Dorma“ aus der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini bis hin zu „Quando sono solo sogno all’orizzonte“, das Andrea Bocelli unter dem Titel „Time to say Goodbye“ bekannt gemacht hat. Nach knapp einem Dutzend Arien beginnt er erneut mit „La donna è mobile“, bevor er dann den Marktplatz wieder verlässt.
Eine Viertelstunde später spult er das selbe Repertoire kaum 100 Meter weiter an der Ecke Marktgasse und Wettergasse erneut ab. Dabei intoniert er genau die Ohrwürmer, die selbst musikalische Laien kennen könnten. Immerhin ist das etwas Anderes als die Folkmusik, die ein Gitarrist 250 Meter weiter die Wettergasse hinauf an der Wasserscheibe darbietet, wobei er zusätzlich die Melodie auf einem Kamm bläst.
Gut besucht sind die Geschäfte in der Oberstadt ebenso wie die Gaststätten dort. Die Bedienung der Eisdiele hat alle Hände voll zu tun. Dabei hat sich das Wetter bereits etwas abgekühlt. Doch immer noch ist es in Marburg warm genug, um draußen vor dem Lokal zu sitzen und einen Eisbecher leerzulöffeln.