Ein neues Integrationskonzept setzt die Stadt Marburg um. Es soll Vielfalt und Teilhabe fördern.
Die Universitätsstadt Marburg setzt mit ihrem neuen Integrationskonzept auf mehr Chancengerechtigkeit, Teilhabe und einen konsequent intersektionalen Blick auf Vielfalt. 40 Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 die integrationspolitische Arbeit der Stadt für zwei Jahre prägen. In dem Konzept geht es um Interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung, Gesundheit und Bewegung, Sprache und Bildung, Willkommenskultur sowie Wirtschaft und Arbeit. Politische Partizipation für Migrantinnen und Migranten, Gewinnung ehrenamtlicher Solarberater*innen mit Migrationshintergrund und Qualifizierung der Talentscouts im Handwerk, um Integration, Ausbildung und Fachkräftesicherung miteinander zu verbinden, sind einige der Maßnahmen aus dem Integrationskonzept, die nun in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden sollen.
Im Bereich Sprache und Bildung etwa setzt die Stadt auf niedrigschwellige und bedarfsgerechte Angebote, auf die bessere Information über bestehende Bildungs- und Sprachlernangebote sowie auf die Stärkung von Übergängen zwischen Kita, Schule, Weiterbildung und informellen Lernorten. Ein zentrales Ziel bleibt dabei, Familien mit Migrationsgeschichte stärker einzubeziehen und Bildungswege besser zu begleiten. Darüber hinaus sollen gezielt auch Frauen mit Migrationsgeschichte gestärkt und zu Austausch und Begegnung eingeladen werden.
Grundlage für das Konzept war die Zielvereinbarung für das „WIR-Vielfaltszentrum“ zwischen dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales und der Universitätsstadt Marburg. Es orientiert sich am Sozialpolitischen Leitbild der Stadt und wurde unter breiter Beteiligung aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Stadtgesellschaft entwickelt. Im Mai 2026 wurde das Konzept öffentlich auf einer Konferenz vorgestellt.
Vorausgegangen waren eine Bestandsaufnahme bestehender Angebote sowie Beteiligungsformate mit Fachkräften, migrantischen Communities, dem Ausländerbeirat und Kindern und Jugendlichen. Ziel war dabei, Erfahrungen, Bedarf und konkrete Handlungsempfehlungen systematisch in die Konzeptentwicklung einzubeziehen. Nach der ersten Laufzeit ist eine Evaluation vorgesehen, auf deren Grundlage das Konzept bei Bedarf fortgeschrieben wird.
Bei der Veranstaltung zur Vorstellung des Konzepts informierten sich rund 100 Besucherinnen und Besucher über einzelne Maßnahmen. Sie brachten auch einige Ideen und Tipps zur Umsetzung ein. So vielfältig wie die anwesenden Menschen – manche älter, manche jünger, mit und ohne Migrationsgeschichte, mit und ohne Behinderung, privat anwesend oder als Vertreter*in einer Institution oder eines Trägers – so waren es auch die Anmerkungen und Fragen des Publikums. Weitere Informationen zum Integrationskonzept der Universitätsstadt Marburg sind unter www.marburg.de/Integrationskonzept abrufbar.
* pm: Stadt Marburg