Die Linke erklärt ihre uneingeschränkte Solidarität mit der Marburger Historikerin Prof. Dr. Christina Brüning. Die öffentlich gewordenen Morddrohungen gegen die Wissenschaftlerin stellen einen schwerwiegenden Angriff auf die Freiheit von Forschung und Lehre dar.
Eine freie Gesellschaft ist auf freie Wissenschaft angewiesen. Wer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einschüchtert, bedroht oder zum Schweigen bringen will, greift grundlegende demokratische Prinzipien an.
„Morddrohungen gegen Wissenschaftler*innen sind ein Angriff auf die demokratische Gesellschaft und somit auf uns Alle“, erklärte der Linken-Kreisvorsitzende Alexander Kuhne am Sonntag (14. Juni). „Niemand darf Angst haben müssen, weil er oder sie forscht, lehrt oder wissenschaftliche Erkenntnisse öffentlich vertritt. Prof. Dr. Christina Brüning gilt unsere volle Solidarität. Wer die Freiheit von Forschung und Lehre verteidigt, verteidigt die Grundlagen einer freien Gesellschaft.“
Für Die Linke steht zugleich fest, dass dieser Vorfall nicht losgelöst von den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden darf. Bereits vor den Drohungen fanden Störungen von Lehrveranstaltungen statt. Betroffen waren insbesondere Veranstaltungen, in denen Themen wie Kolonialismus oder Geschlechterverhältnisse behandelt wurden. Zudem spielte Brüning eine wichtige Rolle bei der Organisation einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart von Burschenschaften und Studentenverbindungen im Rahmen der Debatte um die sogenannte „Studentenhistorikertagung“ in Marburg.
Die Linke wies darauf hin, dass es seit Jahren Kritik an rechten, autoritären und antifeministischen Tendenzen innerhalb des studentischen Verbindungswesens gibt. Gerade in Marburg sorgen insbesondere Verbindungen aus dem Umfeld der Deutschen Burschenschaft immer wieder für Kontroversen. Auch die Rolle von Verbindungsstudenten innerhalb universitärer Strukturen muss deshalb kritisch diskutiert werden.
Bis heute ist nicht bekannt, von wem die Morddrohungen ausgingen. „Spekulationen helfen nicht weiter“, betonte Kuhne. „Ebenso falsch wäre es aber, die politischen Hintergründe auszublenden. Wenn Wissenschaftlerinnen angefeindet werden, weil sie progressive Forschung vertreten, wenn Vorlesungen gezielt gestört werden und wenn antifeministische Reflexe offen zutage treten, dann entsteht ein Klima, in dem Einschüchterung gedeihen kann. Dieses Klima müssen wir klar benennen und bekämpfen!“
Die Linke Marburg-Biedenkopf fordert Universität, Politik und Zivilgesellschaft auf, die Freiheit von Forschung und Lehre entschlossen zu verteidigen und Bedrohungen gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konsequent aufzuklären. „Wer freie Wissenschaft angreift, greift die offene Gesellschaft an“, erklärte Kuhne abschließend. „Wir stellen uns entschieden gegen jede Form von Einschüchterung, Antifeminismus und rechts-autoritären Strukturen. Die Universität muss ein Ort kritischer Wissenschaft, demokratischer Debatte und gesellschaftlichen Fortschritts bleiben!“
* pm: Die Linke Marburg-Biedenkopf