Respekt: Bundesweiter Aktionstag gegen Catcalling

Der Kreis beteiligt sich am bundesweitem Aktionstag gegen „Catcalling“. Er richtet sich gegen verbale sexuelle Belästigung im Alltag.
Der „Anti-Catcalling-Tag“ findet am Freitag (12. Juni) bundesweit zum fünften Mal statt. „Catcalling“ beschreibt eine Form verbaler sexueller Belästigung, die sich durch sexuell anzügliche Rufe, Pfiffe, Kussgeräusche, Gesten oder Bemerkungen im öffentlichen Raum äußert.Der Landkreis Marburg-Biedenkopf beteiligt sich erneut mit verschiedenen Aktionen, um auf verbale sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum aufmerksam zu machen. Ziel ist dabei, deutlich zu machen, dass „Catcalling“ kein Kompliment ist. Es kann bei Betroffenen zu Verunsicherung, Angst und nachhaltigem Unwohlsein führen.
„Catcalling wird häufig als harmlos abgetan, ist für Betroffene jedoch oft belastend und verletzend“, erklärte Landrat Jens Womelsdorf. „Deshalb ist es mir besonders wichtig, dass wir junge Menschen frühzeitig sensibilisieren und diese Kampagne unterstützen. Je früher wir für Respekt, Gleichberechtigung und persönliche Grenzen sensibilisieren, desto stärker können wir zu einem respektvollen Miteinander in unserer Gesellschaft beitragen.“
Viele Betroffene – vor allem Frauen – erleben dadurch tiefgreifende psychische und soziale Folgen. Ihre Erfahrungen sind von Angst, der Verletzung der Würde, einem Gefühl der Bloßstellung und dem Verlust des eigenen Sicherheitsgefühls geprägt. Die kommissarische Leiterin des Kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbüros Leonie Behn-Salzmann, betonte die Bedeutung der Präventionsarbeit mit jungen Menschen. Sie diene dazu junge Menschen frühzeitig zu sensibilisieren, deshalb liege der Schwerpunkt der diesjährigen Kampagne erneut auf Stadt- und Dorffesten, den Schulen und Jugendgruppen im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Innerhalb der Kampagne werden Banner gegen Catcalling sowie Informationsmaterialien auf verschiedenen Festen und im schulischen Alltag eingesetzt, um aufzuklären und für das Thema zu sensibilisieren. In Zusammenarbeit mit dem Schausteller Toni Ahlendorf wurde das Banner zudem während des Aktionszeitraums beispielsweise auf dem Hafenfest in Marburg platziert. „Ich finde Gleichstellung wichtig und niemand hat das Recht, Frauen ungefragt anzufassen oder ihre Grenzen zu überschreiten“, erklärte Ahlendorf.
Ergänzt wird das Programm durch eine weitere Aktion: Gemeldete Catcalls aus der Vergangenheit werden an verschiedenen Orten im Landkreis mit Kreide aufgeschrieben. Hinweise können noch bis Samstag (12. Juni) per E-Mail an #keinkompliment@marburg-biedenkopf.de eingereicht werden.
Mit dieser Aktion positioniert sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf deutlich gegen sexuelle Belästigung im Alltag. Gleichzeitig wird ein öffentliches Bewusstsein dafür geschaffen, dass sich alle Menschen frei und sicher im öffentlichen Raum bewegen sollten – und dass ein respektvoller sowie friedlicher Umgang miteinander Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens ist.

* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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