Über 300 Gäste hat die Preisverleihung der Kunsttage am Mittwoch (29. April) angezogen. Stephanie Göbeler-Scheuer erhielt den Jurypreis. und Janik Isenberg den Publikumspreis.
Die Preisverleihung hat den Schlusspunkt der diesjährigen Kunsttage Marburg-Biedenkopf gesetzt. Mehr als 300 Gäste fanden am Mittwoch (29. April) den Weg in den ehemaligen Supermarkt an der Rosenstraße, wo die zehntägige Kunstausstellung stattfand. Die Besucherzahl bei der Finissage machte auch erneut dem Titel der Kunsttage alle Ehre: Sie erzeugte „Reichweite“.
Den Jury-Preis erhielt die Künstlerin Stephanie Göbeler-Scheuer. Über den Publikumspreis kann sich Janik Isenberg freuen. Den Nachwuchsförderpreis erhielt Cathleen Jennemann.
Der – mit 1.000 Euro dotierte – Jury-Preis wurde Stephanie Göbeler-Scheuer aus Rauschenberg-Albshausen verliehen. Sie habe das Motto „Reichweite“ aus Sicht der Jury mit ihrem aus Ton, einem Papierflieger nachempfundenen Objekt Ton perfekt getroffen. „Die Arbeit ist auf ihre Weise schlicht und leicht zu verstehen. Das dynamische Kunstwerk bringt zudem eine Leichtigkeit mit und zeigt, dass die Umsetzung eine sehr große technische Herausforderung war. Diese filigrane, aus Ton entstandene Arbeit hat sozusagen Ton in Papier übersetzt, was in der Umsetzung eine enorm schwierige Aufgabe ist. Auf dem Papierflieger steht ,Wünsch dir was‘. Und dann muss man den vermeintlichen Papierflieger nur noch absenden.“, erklärte Dr. Markus Morr vom Fachdienst Kultur des Landkreises.
Landrat Jens Womelsdorf gratulierte der Preisträgerin, überreichte die Urkunde. „Stephanie Göbeler-Scheuer konnte sich mit ihrem Kunstwerk gegen insgesamt 119 eingereichte Werke von 80 weiteren Künstlerinnen und Künstlern durchsetzen“, erklärte er. Zudem erläuterte er, dass das Preisgeld aus den Bewerbungsgebühren finanziert werde und somit direkt den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern zugutekomme.
Eigentlich gibt es nur einen Kunsttage-Jurypreis, die Jury hat aber auch einen undotierten zweiten und dritten Preis vergeben. Den zweiten Platz belegte Lies Kruschwitz mit dem Gemälde „WLAN vorhanden 1“. Dieses Gemälde zeigt zwei Frauen und einen Mann, die sich gegenseitig nicht ansehen, sondern nur auf ihre Handys schauen.
Auf dem dritten Platz landete Alfred Junker mit seiner Fotografie „Licht“. Die in Kalabrien aufgenommene Fotografie zeigt mehrere Häuser in einer Straße. An einer Hauswand befindet sich eine Laterne, aber ohne Glühbirne. Trotzdem wirkt es so als würde sie die Dunkelheit erleuchten, dabei ist die eigentliche Lichtquelle nicht zu sehen.
Im Rahmen der Kunsttage wurde auch der Publikumspreis vergeben. Alle Ausstellungsgäste erhielten ein Kärtchen, auf dem sie das aus ihrer Sicht beste Kunstwerk aufschreiben konnten. Am Ende erhielt Janik Isenberg mit einer fotorealistischen Darstellung die meisten Stimmen und damit den – mit 500 Euro dotierten – Publikumspreis samt Urkunde aus den Händen von Landrat Womelsdorf.
Das Kunstwerk zeigt einen Mann, der aus einer Plastikflasche Wasser trinkt. „Dieses Kunstwerk ist beeindruckend, man muss schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass dieses Werk gemalt wurde und es sich nicht um ein Foto handelt“, erläuterte Womelsdorf.
Den Nachwuchsförderpreis der Kunsttage Marburg-Biedenkopf erhielt Cathleen Jennemann für das Kunstwerk „Fernweh“. Auf diesem Gemälde ist ein voll besetztes Zugabteil zu sehen. Laura Haber erklärte als Mitglied der Jury, dass es der Malerin gelungen sei, eine Stimmung im Zug wiederzugeben, die Ruhe ausstrahle und – vielleicht etwas verwundernd – keine Person offensichtlich mit Handynutzung zeigt: „Cathleen Jennemann hat es geschafft, mit dieser Arbeit entsprechend dem Motto Reichweite Emotionen so darzustellen, dass sich Betrachtende darin leicht wiederfinden können.“
Abschließend dankte Landrat Womelsdorf allen, die an der umsetzung der 13. Kunsttage Marburg-Biedenkopf beteiligt waren. Dank der Unterstützung der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, der Alfred Pracht Lichttechnik GmbH, der EAM sowie der Universitätsstadt Marburg konnten die Kunsttage erfolgreich realisiert werden.Für die passende Umrahmung der Veranstaltung sorgte Schauspieler Martin Esters vom Fast Forward Theatre Marburg, der mit seiner Wortkunst aus den Zurufen des Publikums mehrere kurze Geschichten improvisierte, die bestens ankamen und zum Thema „Reichweite“ passten.
* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf