Prof. Dr. Bernhard Schieffer wurde in den Steuerungskreis gegen Postinfektiöse Erkrankungen berufen. Der Marburger Mediziner gestaltet die nationale Forschungsstrategie mit.
Im Rahmen der – vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt initiierten – Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen wurde Prof. Dr. Bernhard Schieffer in den zentralen Steuerungskreis berufen. Schieffer ist Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin der Philipps-Universität Marburg und des Universitätsklinikums Marburg (UKGM). Seine langjährige wissenschaftliche und klinische Expertise bringt er in die strategische Weiterentwicklung der Dekade ein.
Die Berufung unterstreicht zugleich die exzellente klinische Forschung in Marburg, die national wie international hohe Anerkennung genießt. Der Steuerungskreis spielt eine Schlüsselrolle bei der Ausgestaltung der langfristigen Forschungsstrategie. Er definiert zentrale Handlungsfelder, initiiert Maßnahmen und passt die Ausrichtung der Dekade kontinuierlich an aktuelle wissenschaftliche und gesundheitspolitische Entwicklungen an. Bereits in seiner ersten Sitzung Anfang 2026 wurden wichtige Weichen gestellt, darunter die Einrichtung von drei thematischen Arbeitsgruppen zu Translation, Daten und Kohorten sowie versorgungsnaher Forschung.
Universitätspräsident Prof. Dr. Thomas Nauss freute sich über die Berufung: „Ich gratuliere Herrn Kollegen Schieffer herzlich zu seiner Berufung in den Steuerungskreis dieser bedeutenden nationalen Initiative. Seine herausragende Expertise in Forschung und klinischer Praxis wird einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Dekade leisten und die Sichtbarkeit des Standorts Marburg weiter stärken.“
Mit Schieffers Berufung wird die Expertise aus universitärer Spitzenforschung und klinischer Versorgung gezielt in die strategische Steuerung eingebunden. Ziel bleibt dabei, Fortschritte in der Grundlagenforschung effizient in neue Diagnose- und Therapieansätze zu überführen und so die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit postinfektiösen Erkrankungen nachhaltig zu verbessern.
Postinfektiöse Erkrankungen wie „Long COVID“ oder „ME/CFS“ sind eine Herausforderung für die moderne Medizin: Sie sind seit Jahrzehnten bekannt, aber im chronischen Stadium bisher weder gut behandel- noch heilbar. Vor allem in Folge der Corona-Pandemie hat sich die Zahl der Fälle erhöht.
Für Betroffene und Angehörige bedeuten postinfektiöse Erkrankungen eine immense Belastung. Um die Perspektiven der Patientinnen und Patienten zu verbessern, müssen neue Möglichkeiten für die Diagnose, Therapie und Rehabilitation erforscht werden. Auch ein besseres Verständnis protektiver und potenziell präventiver Faktoren und Mechanismen kann hier helfen.
Als langfristige Forschungsstrategie im Kampf gegen postinfektiöse Erkrankungen hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) daher gemeinsam mit seinen Partnern der Gesundheitsforschung die auf zehn Jahre angelegte „Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ ins Leben gerufen. Die Forschung soll Ursachen und Mechanismen der Erkrankungen entschlüsseln und Stück für Stück zu neuen Therapien führen. In dieser Initiative arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Forschung, Gesundheitswesen, Gesundheitswirtschaft und Gesellschaft, zusammen auf das Ziel hin, postinfektiöse Erkrankungen gezielt und erfolgreich zu bekämpfen.
* pm: Philipps-Universität Marburg