Das kann ja Eiter werden: Neue Professur für Krankenhaushygiene

Dr. Frank Günther übernimmt eine Professur für Krankenhaushygiene an der
Philipps-Universität. Künftig leitet der Mediziner und Umweltwissenschaftler die Abteilung für Krankenhaushygiene am Institut für
Mikrobiologie und Hygiene.

„Die mittelhessische Hochschulmedizin blickt auf eine lange Erfolgsgeschichte in der Krankenhaushygiene zurück, an die wir mit der
Berufung von Professor Günther anknüpfen“, erklärte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause. „Wir haben gemeinsam mit dem
Universitätsklinikum UKGM entschieden, mit der Berufung in Marburg eine Professur zu etablieren, die Aufgaben in der Krankenhaushygiene im Klinikum
und gleichgewichtig nun auch in Forschung und Lehre wahrnimmt.“
Das stelle einen wichtigen Beitrag für die Stärkung des neuen gemeinsamen Schwerpunkts
der drei Hochschulen auf dem Forschungscampus Mittelhessen (FCMH) dar.
„Krankenhausinfektionen gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Intensivpatienten und Frühgeborenen“, legte der neu berufene Hochschullehrer
dar. „Nach aktuellen Schätzungen infizieren sich jährlich bundesweit bis zu einer Million Menschen mit solchen Erregern.“
Die Hauptaufgabe der Krankenhaushygiene sei daher die Verhütung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen. Darauf sind sowohl die Lehrtätigkeit
als auch die Forschungsaktivitäten des neuberufenen Hygieneprofessors ausgerichtet.
So widmet sich der Mediziner in seiner Forschung insbesondere dem Thema bakterieller Biofilme. Darunter versteht man Bakterienzellen, die in einer
Schicht aus Biomolekülen zusammenleben. „Es handelt sich um die am weitesten verbreitete bakterielle Lebensweise, die auch bei zahlreichen
Krankenhausinfektionen eine bedeutende Rolle spielt“, erläuterte Günther.
In der medizinischen Ausbildung setzt der Hochschullehrer auf ein interdisziplinär ausgerichtetes krankenhaushygienisches Lehrkonzept, das
anwendungsorientierte Fallbeispiele aus vielen Disziplinen umfasst. Denn Krankenhausinfektionen sind in nahezu allen medizinischen Fachdisziplinen
von großer Bedeutung.
„Das Lehrfach Hygiene sollte daher auch eng in die klinische Studentenausbildung integriert werden“, forderte Günther. Er wird außerdem
Lehrveranstaltungen im Bereich Umweltmedizin anbieten.
Günther studierte Humanmedizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, wo er auch den medizinischen Doktorgrad erwarb. Neben seiner daran
anschließenden ärztlichen Tätigkeit an den Universitätskliniken Heidelberg und Würzburg absolvierte er ein Studium der angewandten Umweltwissenschaften
an der Universität Koblenz-Landau.
2014 erlangte der gebürtige Heilbronner die Zulassung zum Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, später auch für
Hygiene- und Umweltmedizin. Zur gleichen Zeit habilitierte er sich in Heidelberg.

*pm: Philipps-Universität Marburg

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