Die Ringvorlesung „Umkämpfte Geschichte(n)“ beleuchtet rechten Geschichtsrevisionismus. Die interdisziplinäre Reihe der Unis Marburg, Gießen und Kassel diskutiert globale Herausforderungen für Erinnerungskultur und Demokratie.
Die öffentliche Ringvorlesung „Umkämpfte Geschichte(n). Rechter Geschichtsrevisionismus in interdisziplinärer Perspektive und im internationalen Vergleich“ widmet sich der gezielten Umdeutung von Geschichte durch neurechte Akteure. In Zeiten eines globalen Rechtsrucks geraten etablierte Erinnerungskulturen zunehmend unter Druck. Internationale Expertinnen und Experten aus Kultur- und Politikwissenschaften, Geschichtsdidaktik und Romanistik analysieren anhand von Fallbeispielen aus Argentinien, Chile, Deutschland und Spanien, wie historische Narrative strategisch verändert und für antidemokratische Zwecke instrumentalisiert werden. Die am Dienstag (28. April) startende Vortragsreihe schafft Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit den Auswirkungen dieser Entwicklungen auf demokratische Gesellschaften.
Die Auftaktveranstaltung findet am Dienstag (28. April) von 18 bis 20 Uhr im Hörsaal Bahnhofsstraße 7 mit digitaler Übertragung statt. Referent ist Prof. Dr. Jens-Christian Wagner. Der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald spricht über das Thema „Erinnerungskultur unter Druck. Die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen in Zeiten des weltweiten Rechtsrucks“.
Die Ringvorlesung findet jeweils dienstagabends statt. Die Auftaktveranstaltung findet darüber hinaus in Marburg in Präsenz, die Abschlussveranstaltung in Kassel gleichfalls in Präsenz statt. Die Ringvorlesung wird im Rahmen des hessischen Förderprogramms zur Stärkung der Demokratieforschung organisiert und von einem interuniversitären Netzwerk getragen. Im Fokus stehen Fragen nach den Strategien geschichtsrevisionistischer Bewegungen, der Rolle sozialer Medien sowie den gesellschaftlichen Konsequenzen für Erinnerungspolitik und demokratische Diskurse.
* pm: Philipps-Universität Marburg