Anspruch: Schlossbegegnungen im Maienrausch

Schlossbegegnungen im „Maienrausch“ ermöglicht die Philipps-Universitätmit ihrer neuen Veranstaltungsreihe. Sie beleuchtet im Wonnemonat Gefühlslagen aus vielen Perspektiven.
Wenn das Licht zurückkehrt und die Natur neu erblüht, geraten auch die Gefühle in Bewegung: Im Mai stehen das Frühlingserwachen und Liebe in ihren vielen Facetten im Mittelpunkt der Reihe „Schlossbegegnungen“. Die Veranstaltungsformate schlagen unter dem Monatsmotto Maienrausch eine Brücke zwischen Wissenschaft und Kultur.
Bei einer Podiumsdiskussion mit Marburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Fürstensaal geht es am Dienstag (5. Mai) um 19 Uhr um Liebe, Schmerz und Klang. Das Gespräch bestreiten die Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ina Knoth, die Kinder- und Jugendpsychologin Prof. Dr. Hanna Christiansen sowie der Experte für Phonetik und Neurolinguistik Prof. Dr. Mathias Scharinger. Moderator ist der Motologe Prof. Dr. Ulf Henrik Göhle, die Tonbeispiele am Klavier spielt Guoda Gedvilaite. Der Eintritt ist frei.
esondere Klänge erfüllen den Fürstensaal im Landgrafenschloss am Samstag (30. Mai) 19 Uhr, bei einem Konzert. Sängerin Franziska Gottwald, Schauspielerin Mechthild Grabner (Rezitation) und Pianist Lukas Rommelspacher interpretieren den romantischen Liederzyklus „Die schöne Magelone“ von Johannes Brahms, inspiriert von Ludwigs Tiecks poetischer Bearbeitung einer mittelalterlichen Liebesgeschichte. Der Liederzyklus gilt als Meisterwerk von erzählender Prosa und ausdrucksstark vertonter Lyrik. Konzertkarten kosten zwischen 7 und 25 Euro und sind per E-Mail an schlossbegegnungen@uni-marburg.de zu bestellen.
Weitere Veranstaltungen im Mai sint das Kinderprogramm) am Sonntag (3. Mai) „unter dem Titel Schlosszauber – Farbenrauschen“, am Dienstag (12. Mai) „Schlossgeflüster – Wenn Worte leuchten“ als Lesung aus Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel, am Samstag (16. Mai) der Vortrag“Aufgeschlossen – Wissenswertes aus der Werkstatt“ mit Repetent Timo Janssen.
Schon im Mittelalter wurde der Mai als Zeit der Minne besungen. Doch Liebe war nie nur höfisches Ideal, sondern auch verborgenes oder widerständiges, queeres Begehren. „Maienrausch“ bedeutet Mut zur Sichtbarkeit – und die Bereitschaft, sich berühren zu lassen. Zur Liebe gehört nicht nur das romantische Versprechen, sondern auch ihr Schmerz. Neurobiologisch gleicht Verliebtheit einem Rausch: Botenstoffe verstärken Euphorie und Bindung – und machen zugleich verletzlich. Neben der Leidenschaft stehen freundschaftliche Liebe, Vertrauen und geteiltes Erleben ebenso wie Nächstenliebe – Mitgefühl, Fürsorge und Solidarität. Die Schlossbegegnungen greifen diese Facetten auf – historisch und gegenwärtig, poetisch und wissenschaftlich, romantisch, queer und solidarisch – und laden dazu ein, den Mai als Zeit intensiver Bewegung im Herzen und im Miteinander neu zu entdecken.
Mit der Reihe „Schlossbegegnungen“ öffnet die Philipps-Universität das Landgrafenschloss gezielt als Ort des Austauschs und lädt Stadtgesellschaft und Gäste dazu ein, Wissenschaft und Kultur in neuen Formaten zu erleben –
anschaulich, dialogisch und überraschend vielseitig. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Universität organisiert das Programm und spannt damit den Bogen zwischen Wissenschaft, Kunst und gesellschaftlichem Dialog. Das Marburger Wahrzeichen wird damit zu einem attraktiven, zeitgemäßen und zukunftsoffenen Museums-, Erlebnis-, Veranstaltungs-, und Bildungsort. Jeder Monat steht unter einem anderen thematischen Schwerpunkt. Die Veranstaltungen laden dazu ein, sich für Neues zu öffnen, mit anderen in Kontakt zu treten, voneinander zu lernen und vieles gemeinsam zu erleben.
Die Veranstaltungen im Juni erkunden „Resonanzen“ von physikalischen Schwingungen über musikalische Klangräume bis zu sozialen und politischen Echoeffekten. Sie laden dazu ein, hinzuhören: Wo geraten wir ins Mitschwingen? Was verstärken wir – und was bringen wir selbst zum Klingen? Auf dem Programm stehen kontroverse politische Diskussionen, das Musikfestival „Saiten und Sphären“ sowie vieles mehr.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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