Steigende Preise: Solar- und Windenergie machen unabhängig

Der Benzinpreis steigt. Krisen und Kriege sind den Ölkonzernen dabei überaus willkommene Rechtfertigungsgründe.
Hektische Betriebsamkeit hilft dagegen aber nicht. Denn der Benzinpreis steigt, was auch immer auf der Welt geschieht. Nach Kriegsende müssen die Lager wieder aufgefüllt und in Friedenszeiten Vorsorge für den nächsten Krieg getroffen werden. All das geben die Konzerne als Grund für Preissteigerungen an.
Werden Pendlerpauschale erhöht oder die Mineralölsteuer abgesenkt, dann nimmt das zwar Druck aus dem Kessel; es fördert aber eher noch die Vergeudung des knapper werdenden Erdöls als den sparsameren umgang damit. Zudem stellt sich die Frage, ob die Ölkonzerne die Steuersenkung überhaupt an die Endabnehmenden weitergeben werden. Letztlich subventioniert die Steuersenkung damit genau diejenigen Preistreiber, die den Krieg im Iran gnadenlos zur eigenen Profitmaximierung ausnutzen.
Was wirklich helfen könnte, wäre eine Übergewinnsteuer. Die exorbitanten Gewinne der ggierigen Konzerne müsste man dadurch möglichst vollständig abschöpfen. Dann hätten sie keinen Grund mehr für höhere Preise
Doch auch das könnte nur helfen, wenn diese Steuer möglichst überall erhoben würde. Sonst bestünde nämlich die Gefahr, dass die Erdölprodukte dort an den Markt gebracht werden, wo diese Steuer nicht anfällt. Das würde das knappe Gut Öl dann in Deutschland und Europa nur noch weiter verknappen.
Das beste Mittel gegen steigende Ölpreise ist darum der Umstieg auf Erneuerbare Energien. Den jedoch haben FDP und Union in jüngster Zeit auf sträflichste Weise ausgebremst. Statt des angestrebten Verkaufsverbots für Autos mit Verbrennungsmotor in der EU haben sie der Herstellung klimaschädlicher und kriesenanfälliger Verbrenner längere Laufzeiten genehmigt.
Ein weiterer wichtiger Punkt wäre gerade für Marburg ein besseres Busangebot auch in den Außenstadtteilen und umliegenden Dörfern. Elektrisch betriebene Busse können den Individualverkehr dort zwar vermutlich nicht gänzlich ersetzen; aber sie könnten preisbewusste Autofahrende zur Nutzung Öffentlicher Verkehrsmittel bewegen. Praktisch wäre, wenn das „Deutschland-Ticket“ dann auch preislich unterhalb der 50-Euro-Schwelle angeboten würde.
All diese Maßnahmen würden dann auch diejenigen ein wenig entlasten, die auf Erdölprodukte angewiesen sind bei der Herstellung und Verteilung von Waren. Zwar könnten auch Speditionen und Firmenfuhrparks auf batteriebetriebene Fahrzeuge umsteigen; doch das dürfte dauern. Bis dahin sind die Verlagerung von Transporten auf die Schiene und die Vermeidung unnötiger Fahrten angesagt.
Was die Stadt Marburg gegen steigende Energiekosten tun kann, ist zwar nicht viel; aber sie kann den Busverkehr mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen verdichten und ausbauen. Außerdem kann sie die Nutzung der Solarenergie für Heizung und Stromgewinnung fördern. Schließlich kann sie darauf hinwirken, dass klimaschonendes und umweltbewusstes Handeln resilient macht gegenüber Krisen und Kriegen.

* Franz-Josef Hanke

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