Die Feuerwehr bekommt eine verbesserte grüne Welle. Der Marburger Verkehrsrechner gewährt ihr eine Vorzugsschaltung für den Notfall.
Mit moderner STREAM-Technik und dem eigenen Verkehrsrechner sorgt die Universitätsstadt Marburg dafür, dass die Freiwillige Feuerwehr Marburg noch sicherer und schneller an den Einsatzort kommt. Eine neue Ampeltechnik sorgt dafür, dass die Ampeln im Notfall eine grüne Welle für die Feuerwehr schalten. Damit wird es sicherer, Kreuzungen zu überqueren.
Wenn es brennt, wenn es einen Unfall gab oder anderweitig Menschenleben in Gefahr sind, dann muss die Feuerwehr schnell zum Einsatzort kommen. Jede Minute kann zählen. Dafür hat die Feuerwehr Blaulicht und Sonderrechte – und damit Vorfahrt im Ernstfall. Egal, welche Farbe die Ampel gerade zeigt.
„Gerade beim Überqueren von Kreuzungen kann es zu gefährlichen Situationen kommen für die Einsatzkräfte und mitunter auch für unaufmerksame Verkehrsteilnehmer*innen“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Besser und sicherer für alle ist es also, wenn die Feuerwehr im Notfall direkt eine grüne Ampel hat und gar nicht erst über eine rote Ampel fahren muss.“
Bisher hat die Stadt Marburg das mit einer speziellen Ampelschaltung geregelt, die im Notfall ausgelöst wurde. „Die hatte aber das Problem, dass sie nach vorher genau festgelegten Zeitintervallen umgeschaltet hat“, erläuterte Christian Ackermann vom Fachdienst Straßenverkehr der Stadt Marburg. Je weiter weg von der Hauptwache der Feuerwehr das Einsatzgeschehen war, desto ungenauer wurde die Ampelschaltung.
Daher hat die Stadt Marburg nun begonnen, die Ampeltechnik umzurüsten: Jetzt schalten die Ampeln auf Grün, wenn sich ein Feuerwehrfahrzeug im Einsatz nähert. Die modernere Technik ist satellitengestützt und daher viel genauer.
„Wir haben das erfolgreich getestet“, berichtete Spies. „Sieben Ampeln sind schon mit der neuen Technik ausgestattet, ebenso wie fünf Feuerwehrfahrzeuge. Wir werden das neue System nur Stück für Stück ausrollen und weitere Ampeln umprogrammieren.“
Die sogenannte „STREAM-Technologie“ gibt es bereits von der Hauptfeuerwache über die Universitätsstraße Richtung Wilhelmsplatz und vom Rudolphsplatz Richtung Elisabethkirche. In diesem Jahr werden zudem die Korridore Lahnberge sowie Hauptbahnhof und Ketzerbach umgerüstet. Der Korridor Schwanallee steht 2027 an.
„Die Technik nimmt Rücksicht auf Verkehrsverhältnisse und die Geschwindigkeit der Einsatzkräfte und sorgt somit für ein noch schnelleres und sichereres Vorankommen der Feuerwehr im Einsatzfall“, erläuterte Ackermann. „Wir investieren immer weiter in die Sicherheit unserer Bürger*innen und vor allem auch in die Ausrüstung und Sicherheit unserer Rettungskräfte“, betonte Spies. „Ich freue mich, dass wir mit diesen relativ einfachen, technischen Mitteln dabei unterstützen können, dass unsere Feuerwehr zunächst erstmal schnell und sicherer am Einsatzort ankommt.“
* pm: Stadt Marburg