Nadine Bernshausen ist die beliebteste Politikerin Marburgs. Stärkste Partei wurde bei der Kommunalwahl die CDU.
Auf dem zweiten Platz hinter der CDU rangieren Die Grünen. Danach kommt die SPD auf Platz 3 und Die Linke auf em vierten Platz. So haben die Stimmberechtigten in Marburg am Sonntag (15. März) bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung abgestimmt.
Hannah König hat die viertmeisten Stimmen auf der Grünen Liste erhalten. „Über dieses starke vorläufige Ergebnis freue ich mich“, erklärte sie. „Mit insgesamt über 7.000 Stimmen haben mir viele Wählerinnen und Wähler ihr Vertrauen geschenkt. Dafür bin ich sehr dankbar. Mein Dank gilt ebenso allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die diesen engagierten Wahlkampf möglich gemacht haben.“
Das vorläufige Ergebnis zeige: „Die Perspektiven junger Menschen – und insbesondere junger Frauen – sind vielen Menschen in Marburg wichtig. Genau diese Perspektiven möchte ich nun im Stadtparlament und in möglichen Koalitionsverhandlungen selbstbewusst einbringen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in der Fraktion und in der Stadtverordnetenversammlung, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und Marburg weiter sozial, nachhaltig und gerecht zu gestalten.“
Mit knapp 3 Prozent der abgegebenen Stimmen erreichte die Klimaliste nur den zehnten Platz. „Das ist für uns ein sehr enttäuschendes Ergebnis“, resümierte ihr Kkandidat Julian Exner. „Scheinbar ist unsere engagierte Arbeit für sozial gerechten Klimaschutz in der vergangenen Legislatur nicht gesehen worden und auch der leidenschaftliche Wahlkampf von unseren über 30 Aktiven hat keine Früchte getragen. Mutmaßlich haben wir Stimmen an Volt und die Gruppierung „Move35″, die sich, ohne inhaltlichen Bezug, den Namen des Verkehrskonzeptes, das wir mit SPD und Grünen zusammen entwickelt haben, als Listennamen genommen haben, verloren. Mit höchstwahrscheinlich nur noch zwei statt vier Sitzen im Parlament werden wir nun auf andere Listen zugehen, um die Möglichkeit von Fraktionsgemeinschaften zu sondieren.“
Mit Blick auf das restliche Ergebnis der Wahl ist Exner persönlich relativ zufrieden: „Die faschistische AfD bleibt recht deutlich hinter ihrem Bundestagswahlergebnis hier in Marburg (10,0 Prozent) zurück, die CDU wird zwar stärkste Kraft, muss aber tief ins linke Lager gucken, wenn sie sich an einer Koalitionsbildung versuchen will. Koalitionsverhandlungen werden sicherlich aufgrund der Zersplitterung des Parlaments eine Herausforderung, in der wir nur eine untergeordnete Rolle spielen werden. Ich hoffe auf eine Koalition mit genug Weitblick, dass sie nicht zulasten von Kultur und Erneuerbarer Energie und Mobilität konsolidiert.“
König bedankte sich bei allen, die sich in den letzten Wochen und Monaten im Wahlkampf engagiert haben: „Bei unseren Mitgliedern, Unterstützer*innen und allen, die mit uns für eine ökologische und soziale Politik in Marburg gekämpft haben! Trotz eines schwierigen bundes- und landespolitischen Trends konnten wir in Marburg weiterhin ein starkes zweistelliges Ergebnis erreichen. Das zeigt: Viele Menschen vor Ort stehen weiterhin hinter grüner Politik und unseren Ideen für eine nachhaltige, soziale und lebenswerte Stadt. Zusammen mit den Stimmen für Volt bewegen sich die Ergebnisse zudem etwa in der Größenordnung unseres Bundestagswahlergebnisses.“
Klar sei aber auch: „Die bisherige Klimakoalition ist abgewählt und, dass wir künftig nicht mehr stärkste Kraft sind, ist natürlich schade. Gleichzeitig danken wir allen Wähler*innen für das Vertrauen, das uns weiterhin entgegengebracht wird. Als zweitstärkste Kraft werden wir mit einer starken Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung vertreten sein. Die Mehrheitsfindung für die kommende Legislaturperiode bleibt damit spannend. In den kommenden Jahren setzen wir uns weiterhin entschlossen für unsere zentralen Themen ein: konsequenten Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, Investitionen in Infrastruktur, insbesondere in nachhaltige Mobilität, sowie gute Bildung und eine lebenswerte Stadt für alle.“
Insgesamt bewertete sie das Ergebnis als solide: „Die endgültigen Zahlen stehen noch aus, aber schon jetzt zeigt sich: Viele Menschen in Marburg unterstützen weiterhin eine ökologische und soziale Politik. Dafür sind wir sehr dankbar.“