Baden-Württemberg bleibt grün. Cem Özdemir wird wahrscheinlich die Nachfolge von Winfried Kretschmann antreten.
Laut einer Umfrage von Infratest dimap erreicht die grün-schwarze Landesregierung in Stuttgart mehr als 60 Prozent der Landtagsmandate. Die Grünen erhalten danach gut 32 Prozent. Mit gut 29 Prozent ramgiert die CDU auf dem zweiten Platz. Dahinter kommt die AfD mit gut 17 Prozent vor der SPD mit 5,5 Prozent.
Wenn sich dieses Ergebnis so bewahrheitet, dann ist das vor Allem ein Erfolg für Cem Özdemir. Der charismatische Ländle-Migrant hat dem eher farblosen CDU-Kandidaten Manuel Hagel eindeutig die Schau gestohlen. Das schlechte Ergbenis von SPD sowie von FDP und Linken, die beide nicht mehr in den Stuttgarter Landtag einziehen, legt nahe, dass manche ihrer Anhänger ihr Kreuz dann doch lieber bei den Grünen gemacht haben, um Özdemir auf den Sessel des Ministerpräsidenten zu wählen.
Noch ist das Wahlergebnis nicht endgültig. Doch die Tendenz deutet schon darauf hin, dass die Schwaben ihrem Ruf als eher konservative Anhänger von Ordnung und Anstand gerecht geworden sind. So bleibt dort wohl alles beim Alten, auch wenn der „Landesvater“ wechselt.
Auf die baden-württembergische Landtagswahl folgen mit nur einer Woche Abstand bereits die Kommunalwahlen in Hessen. Marburg könnte da eine Parallele zu Stuttgart herstellen, indem auch hier Die Grünen stärkste Partei werden. Die CDU dagegen dürfte in der mittelhessischen Universitätsstadt wenig Aussichten auf den zweiten Platz haben. Da ist in Marburg dann doch wohl eher die SPD stärker.
Auch Die Linke hat gute Chancen, in Marburg überdurchschnittlich gut abzuschneiden. Die AfD hingegen dürfte es in der progressiv-solidarischen Studentenstadt wohl eher schwer haben. Die FDP wird sich nach ihrem Wahldebakel in Baden-Württemberg wohl warm anziehen müssen, stehen ihre Zukunftsaussichten damit bundesweit ziemlich schlecht. Wichtig ist in jedem Fall aber, dass ale Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen und mit ihrem Votum die Demokratie auch vor Ort stärken.