Neues Stadtparlament: Andrea Suntheim-Pichler ist neue Stadtverordnetenvorsteherin

Andrea Suntheim-Pichler ist neue Marburger Stadtverordnetenvorsteherin. Bei ihrer konstituierenden Sitzung hat die StVV sie einstimmig gewählt.
Nach den Kommunalwahlen am 15. März 2026 hat sich am Freitag (24. April) die Marburger Stadtverordnetenversammlung (StVV) konstituiert. Andrea Suntheim-Pichler wurde dabei einstimmig zur neuen Stadtverordnetenvorsteherin gewählt. Sie übernimmt das Amt von Dr. Elke Neuwohner.
„Unsere Stadt lebt von Menschen, die bereit sind, mehr zu tun als nur zuzusehen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies zur Begrüßung der neu gewählten Stadtverordneten. „Sie haben sich entschieden, Verantwortung zu übernehmen. Sie haben sich entschieden, nicht nur zu kritisieren, sondern zu gestalten. Dafür gebührt Ihnen ein aufrichtiger, ernstgemeinter Dank.“
Nach seiner Begrüßung übergab Spies das Wort an Karin Schaffner. Sie ist das am längsten ununterbrochen amtierende Mitglied der Stadtverordnetenversammlung (25 Jahre) und durfte als solches die Sitzung kommissarisch leiten. Schaffner warb in ihrer Rede dafür, gemeinsam für das Wohl der Menschen in der Stadt einzutreten: „Parlamentarische Arbeit darf nicht nur ein Mosaik aus Einzelwünschen sein.“ Sie forderte alle dazu auf, „das eigene Ego und die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, damit das große Ganze an Bedeutung gewinnt“.
Schaffner zollte den Abgeordneten „Respekt für ihren Mut, Verantwortung zu übernehmen“, bevor sie die anschließende Wahl leitete. Dabei wurde Andrea Suntheim-Pichler einstimmig zur neuen Stadtverordnetenvorsteherin gewählt. In ihrer ersten Rede im neuen Amt dankte sie ihrer Vorgängerin Dr. Elke Neuwohner, die das Amt „mit Humor, Umsicht und der nötigen Ruhe“ ausgeführt habe: „Ihr Verdienst ist es, dass das Ansehen des Parlaments nach innen und außen stets gewahrt wurde.“
Suntheim-Pichler ist die vierte Frau, die in Marburg den Vorsitz der Stadtverordnetenversammlung übernimmt. Sie unterstrich die Bedeutung der Beteiligung von Frauen in der Politik, die „kein Nice-to-have, sondern eine notwendige Voraussetzung für das Funktionieren einer echten Demokratie“ sei. Zugleich warb die neue Stadtverordnetenvorsteherin für ein konstruktives Miteinander und eine Kultur des Dialogs.
Sie forderte die Abgeordneten auf, „Spaß an der Meinung Andersdenkender“ zu haben. „Versuchen sie Ihr Gegenüber trotz anderer politischer Meinung zu verstehen“, riet Suntheim-Pichler. Das Parlament solle „ein Ort sein, an dem Unterschiedlichkeit nicht trennt, sondern bessere Entscheidungen ermöglicht“.
In ihrer ersten Sitzung beschlossen die Stadtverordneten auch die Einsetzung eines Wahlprüfungsausschusses und stellten die Gültigkeit der 27 Ortsbeiratswahlen sowie der Ausländerbeiratswahl fest. Die Legislaturperiode der Stadtverordnetenversammlung dauert 5 Jahre.

* pm: Stadt Marburg

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