Das Kirchenkreisamt in Marburg hat eine neue Chefin. Alexandra Best übernimmt seine Leitung.
Seit Sonntag (1. Februar) hat das Kirchenkreisamt der beiden Kirchenkreise Marburg und Kirchhain eine neue Leitung: Alexandra Best wird künftig die Verwaltung führen. Der bisherige Amtsleiter Gerhard Rödiger übernimmt die Leitung eines Pilotprojekts der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) im Bereich Liegenschaften. Sein Ausscheiden und die Amtseinführung seiner bisherigen Stellvertreterin wurden mit einem Gottesdienst in der Lutherischen Pfarrkirche offiziell.
„Das Kirchenkreisamt ist nun in den Best-möglichen“Händen.“ Dieses Wortspiel wurde während des Gottesdienstes und in den Grußworten gleich mehrfach gebraucht. Best nahm es mit einem Schmunzeln.
Die 47-jährige Besthatte das Amt bereits ein knappes Jahr als Vertretung inne und ist nun seit dem 1. Februar 2026 die Leiterin. Die „Kirchenoberamtsrätin“ – so lautet ihr offizieller Titel – war in der hessischen Finanzverwaltung tätig, bevor sie zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck wechselte. Anfang 2016 erfolgte ihre Abordnung zum Zweckverband Kirchenkreisamt Kirchhain und Marburg.
„Die größte Fachkompetenz haben meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte sie. In ihrer Leitungsfunktion versteht sie sich als die Person, „die dafür sorgt, dass alle anderen gut arbeiten können“, wie sie selbst es formuliert. „Irgendwie ist es auch eine pädagogische Tätigkeit“, erklärte sie augenzwinkernd.
Das Kirchenkreisamt sei für alles zuständig, was mit der Verwaltung und mit Rechtsfragen rund um die evangelischen Kirchenkreise zu tun hat. Das reicht „von Arbeitsverträgen über die Buchung von Geldern bis hin zum Duplo, das für eine Veranstaltung gekauft wird“, erklärte Best. Dabei sei egal ob es die Finanzmittel der Kirche sind oder der Gebäudestrategieprozess.
„Wir müssen jetzt neue Dinge denken und neue Dinge ausprobieren“, erläuterte die Diplomfinanzwirtin. In ihrer Herangehensweise und ihrem Führungsstil unterscheidet sie sich von ihrem Amtsvorgänger, der die Geschicke des Kirchenkreisamts seit 2007 geleitet hat. Diese Position abzugeben, sei ihm nicht leicht gefallen, weil er den Job sehr gern gemacht habe, erklärte Rödiger.
Dass er sich dazu entschieden hat, ist einem Einschnitt in seinem Privatleben geschuldet: Seine Frau ist zunächst schwer erkrankt und dann verstorben. Danach habe er sich entschieden, an einer neuen Stelle wieder einsteigen zu wollen.
Dort möchte er seine Kompetenzen noch einmal anders einbringen. Sein Herz hänge an den Menschen und an den Vorgängen im Amt. Aber: „Ich habe mich verändert und das Amt hat sich verändert“, erklärte der 60-jährige Rödiger.
Seine neue Aufgabe ist die Leitung der „Serviceeinheit Liegenschaften Nord“ innerhalb der Landeskirche. In diesem Pilotprojekt sollen im Zuge der Neustrukturierung der Kirchenverwaltung Fachaufgaben im Bereich der Liegenschaften gebündelt und neue Modelle entwickelt und erprobt werden, bevor man sie dann in der Fläche umsetzt.
Während seiner Zeit im Kirchenkreisamt hat er viele Umstrukturierungen und Neuerungen erlebt und begleitet inklusive der Neuaufteilung der Kirchenkreise. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sei der Bereich der Kindertagesstätten gewesen, berichtete Rödiger. „Ich bin dankbar, dass ich das Amt gut aufgestellt übergeben kann – personell, räumlich und finanziell.“
Mit Blick auf seine neue Aufgabe und das Thema Liegenschaften wünscht er sich, dass in der Kirche neue Perspektiven entwickelt werden. Er habe im Frühjahr einen Ort besucht, wo am Ende des zweiten Weltkriegs die Kirche völlig zerstört worden sei. Nur noch die Außenmauern sind heute übrig – und dennoch finde ein aktives Gemeindeleben dort statt. „Zu sehen: Es geht auch anders – das ist mir sehr eindrücklich in Erinnerung geblieben“, sagte Rödiger.
Eindrücklich war auch der Gottesdienst anlässlich seines Abschieds und der Amtseinführung von Alexandra Best. Die beiden Dekane Dr. Burkhard von Dörnberg und Jens Heller nahmen Bezug auf das Gleichnis von den anvertrauten Talenten. Unter den gut 100 Besucherinnen und Besuchern waren viele Mitarbeitende des Kirchenkreisamt und Pfarrerinnen und Pfarrer ebenso wie Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Jugendamtsleiterin Stefanie Lambrecht. Grußworte sprachen unter anderem Nadine Bernshausen als Bürgermeisterin und als Präses der Kreissynode Marburg, der ehemalige Dekan des Kirchenkreises Kirchhain Hermann Köhler und die Vizepräsidentin der EKKW Dr. Katharina Apel.
* pm: Evangelischer Kirchenkreis Marburg