Ein Spatenstich sorgt für mehr Sicherheit im Radverkehr. Erfolgt ist er am Freitag (20. Februar) im Marburger Stadtteil Gisselberg.
In Zusammenarbeit mit der Universitätsstadt Marburg und der Gemeinde Weimar stärkt der Landkreis Marburg-Biedenkopf den Radverkehr: Zwischen Marburg-Gisselberg und Weimar-Niederweimar verläuft entlang der Kreisstraße 42 ein straßenbegleitender Radweg. Um die Querung dieses Wegs an den jeweiligen Ortsrändern sicherer und barrierefrei zu machen, haben die Beteiligten ein Maßnahmenkonzept erarbeitet. Landrat Jens Womelsdorf, Marburgs Stadtrat Dr. Michael Kopatz und Weimars Bürgermeister Markus Herrmann läuteten mit dem symbolischen Spatenstich am Freitag (20. Februar) den Beginn der Bauarbeiten ein.
Die Bauzeit liegt voraussichtlich bei drei bis vier Monaten. Geplant sind bauliche Veränderungen sowohl am Ortseingang von Gisselberg als auch in Niederweimar sowie am Einmündungsbereich der Straße „Helwigswiese“ in Gisselberg. Die Baukosten liegen bei rund 406.800 Euro, die Gesamtkosten einschließlich der Planungsarbeiten bei etwa 512.100 Euro.
75 Prozent der Kosten und damit rund 384.000 Euro werden über das Förderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes, das vom Land verwaltet wird, abgedeckt. Die Planungen hatte das Büro „HS Ingenieure GmbH“ aus Gießen übernommen, für die Bauarbeiten zeichnet die Firma „Hinterlang GmbH & Co.KG“ aus Bad Endbach verantwortlich.
„Wir wollen, dass Menschen jeden Alters sicher mit dem Rad unterwegs sein können“, erklärte Landrat Jens Womelsdorf. „Gerade an Ortseingängen kann es im Verkehr zu gefährlichen Situationen kommen. Mit den neuen Querungshilfen sorgen wir hier gemeinsam für deutlich mehr Sicherheit und stärken gleichzeitig den Radverkehr im Alltag.“ Am Ortseingang von Gisselberg entstehen neue Bereiche für die sichere An-
und Abfahrt für den Radverkehr: Der bestehende Rad- und Gehweg wird so angepasst, dass der Übergang in den Mischverkehr – also Auto,- Fuß- und Radverkehr – möglichst ohne starke Steigung oder Gefälle möglich ist. Neue Linien weisen den Weg zur sicheren Auf- beziehungsweise Abfahrt auf die Kreisstraße.
Auch eine Mittelinsel für eine sichere Querung soll angelegt werden. Hinweise auf dem Boden – sogenannte „taktile Elemente“ – geben zudem insbesondere sehbehinderten Menschen Orientierung. Auch eine neue Straßenbeleuchtung soll installiert werden, um durch mehr Beleuchtung die Sicherheit bei der Querung des Weges von Gisselberg Richtung Niederweimar und umgekehrt zu erhöhen.
Auch der Einmündungsbereich „Helwigswiese / Zur Fasanerie“ wird umgestaltet. Die Fahrbahn wird dort verengt, die bisherigen Flächen für den Rad- und Fußverkehr wiederum vergrößert. Auch Fahrbahn-Markierungen sollen erneuert werden. Der vorhandene Gehweg nordöstlich der Straße „Helwigswiese“ wird auf 2,5 Meter verbreitert.
„Mit den Verbesserungen wird nun eine Gefahrenstelle entschärft“, freute sich Marburgs Stadtrat Dr. Michael Kopatz. „Das ist wichtig und richtig. Denn die Menschen nutzen das Rad gerne auch als Alternative zum Auto, wenn sie sicher unterwegs sein können.“ Er freue sich, „dass wir hier mit drei Partnern so gut zusammenarbeiten, um die Infrastruktur für die Menschen im Kreis zu verbessern“.
Am Ortseingang von Niederweimar wird ebenfalls der Auf- und Abfahrbereich zwischen Rad- und Gehweg sowie Straße neu gebaut. Das umfasst den Ausbau des bestehenden Rad- und Gehweges am Ortseingang, um einen möglichst sicheren Übergang des Radverkehrs in den Mischverkehr zu gewährleisten. Weiterhin wird auch hier mit Markierungen eine Furt für den Radverkehr sowie eine Mittelinsel zur sicheren Querung angelegt.
Taktile Elemente für sehbehinderte Menschen sind ebenfalls geplant. Im Bereich der Berliner Straße wird die bestehende Markierung für den Radverkehr entfernt und ein neuer Bereich markiert. So soll der Übergang auf den Straßenverkehr noch klarer und sicherer werden. Auch soll es hier taktile Hinweise geben.
„Die Baumaßnahme wird die Sicherheit im Radverkehr an den Einmündungsstellen der Ortseingänge erheblich erhöhen“, erwartet Weimars Bürgermeister Markus Herrmann. „Dies gilt insbesondere für die Querung zum Einkaufszentrum Niederweimar. Die Maßnahmen sind Bestandteil des Radverkehrskonzeptes der Gemeinde Weimar (Lahn). Wir freuen uns, die Baumaßnahme an der Radwegverbindung Niederweimar-Gisselberg zusammen mit der Universitätsstadt Marburg, dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem Land Hessen umsetzen zu können.“
Mit den Arbeiten wird der Radverkehr zwischen Niederweimar und Marburg zudem insgesamt verbessert: Denn vom Radweg entlang der K42 führt von Gisselberg ein weiterer Radweg entlang der Gießener Straße bis zur Gisselberger Straße – und damit eine direkte Verbindung in die Universitätsstadt Marburg. Die Bauarbeiten sind Teil des Radverkehrsentwicklungsplans des L#s.
Diesen – vom Kreistag beschlossenen – Plan hat der Landkreis gemeinsam mit den Kreis-Kommunen abgestimmt. Er umfasst 181 Infrastrukturmaßnahmen. Sie sollen dabei helfen, Lücken im Radwegenetz zu schließen.
* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf