Mitreden und mitgestalten: Vernetzungstreffen für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Wie kann man Frauen- und Gleichstellungsarbeit zukunftssicher gestalten? Ein Vernetzungstreffen im Marburger Landratsamt hat den wichtigen Austausch darüber ermöglicht.
Was sind die aktuellen Herausforderungen in der Frauen- und Gleichstellungsarbeit? Wie lässt sich diese zukunftssicher gestalten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Vernetzungstreffens der lokalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Raum für den Austausch bot wieder das Marburger Kreishaus.
Das jährlich stattfindende Treffen bietet dabei eine Plattform, um Erfahrungen, Herausforderungen sowie Strategien und Ideen für die Gleichstellungsarbeit im Landkreis zu teilen. „Unsere Teilnehmerinnen kommen aus sehr unterschiedlichen Arbeitsrealitäten“, berichtete Leonie Behn-Salzmann. „Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte kleiner Gemeinden arbeiten oft unter ganz anderen strukturellen Bedingungen als Kolleginnen in der Kreis- oder Stadtverwaltung, und wiederum anders als Vertreterinnen großer Institutionen wie die Sparkasse oder die Universität. Diese Vielfalt an Perspektiven ist eine enorme Stärke. Sie zeigt, wie unterschiedlich Gleichstellungsarbeit im Alltag aussieht – und wie wertvoll es ist, dieses Wissen zusammenzubringen.“
Behn-Salzmann hat die kommissarische Leitung des Kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbüros im Landkreis Marburg-Biedenkopf inne. Die gegenseitige Unterstützung und der Austausch mache die Vernetzung so bedeutend. Ein großes Thema des jüngsten Vernetzungstreffens war unter anderem die Veränderung des gesellschaftlichen Klimas.
So sei eine besorgniserregende Zunahme antifeministischer Haltungen und ein deutlicher gesellschaftlicher Rechtsruck zu beobachten. Gleichstellung werde in bestimmten Kreisen nicht mehr als demokratische Errungenschaft betrachtet, sondern zunehmend offen infrage gestellt, lautete das Fazit der Teilnehmenden. Insgesamt stehe die Gesellschaft vor großen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Herausforderungen. Deshalb sei es umso wichtiger, zusammenzustehen.
Moderiert und begleitet hat die Veranstaltung Dr. Andrea Fink-Jacob, die selbst viele Jahre als Frauenbeauftragte gearbeitet hat und inzwischen als Referentin im Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit in Wiesbaden Seminare leitet.
„Wir freuen uns über den konstruktiven Austausch, die inspirierenden Gespräche und die Stärkung der Zusammenarbeit aller Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis durch diese Treffen“, machte Behn-Salzmann deutlich. Vernetzung, gegenseitiges Lernen und die gemeinsame Stärkung und Solidarisierung seien entscheidend, um die Gleichstellungsarbeit im Landkreis auch in Zukunft weiter und nachhaltig zu formen. Das Kommunale Frauen- und Gleichstellungsbüro des Landkreises Marburg-Biedenkopf ist per E-Mail an kommgleichstellung@marburg-biedenkopf.de oder telefonisch unter 06421/405-1591 erreichbar.

* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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