Die Kirchenvorstände sind gewählt. Dabei gibt es große Unterschiede in Stadt und Land im Kirchenkreis Marburg.
In mehr als 600 Gemeinden der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) wurden neue Kirchenvorstände gewählt. Von den 607.606 Wahlberechtigten – alle Gemeindemitglieder über 14 Jahren – haben 23,8 Prozent ihre Stimme abgegeben. Damit liegt die Wahlbeteiligung leicht unter der Marke von 2019. Im evangelischen Kirchenkreis Marburg haben mit knapp 18 Prozent etwas weniger Menschen als im Durchschnitt gewählt.
17,67 Prozent ist laut EKKW das Endergebnis nach totalen Zahlen im Kirchenkreis Marburg. Dabei gibt es große Unterschiede, insbesondere zwischen den städtischen und den ländlichen Gemeinden: Während die Kirchengemeinde am Richtsberg mit lediglich 6,48 Prozent das Schlusslicht ist, haben in Dilschhausen über 40 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht.
Mehr als die Hälfte der Wählerinnen und Wähler haben dieses Mal online abgestimmt. „Das zeigt: Kirche ist modern – und dem Staat an dieser Stelle wohl einen Schritt voraus“, sagt Dekan Dr. Burkhard von Dörnberg. „Die Wahlbeteiligung lag auf dem gleichen Niveau wie vor 6 Jahren – auch das ist ein gutes Zeichen in Zeiten, in denen viel im Wandel ist und manches im Rückgang begriffen scheint.“
An manchen Orten habe es Schwierigkeiten bei der Zustellung der Wahlbenachrichtigungen durch die Landeskirche gegeben – da sieht der Dekan Verbesserungsbedarf. Als sehr gut bewertet er aber, dass entgegen ersten Prognosen in nahezu allen Gemeinden des Kirchenkreises ein neuer Kirchenvorstand gewählt werden konnte und genügend Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung standen.
Lediglich in Ronhausen und Hassenhausen war das nicht der Fall – beides sind kleine Kirchengemeinden, die schon lange gemeinsam mit Nachbargemeinden zusammen von einem Pfarrarmt versorgt werden und die laut dem Dekan bereits in guten Gesprächen über eine Fusion stehen.
Dekan von Dörnberg bedankte sich bei allen, die sich zur Wahl haben aufstellen lassen und die nun für die kommenden sechs Jahre Verantwortung in den Kirchenvorständen übernehmen: „Sie alle sind ein kräftiges Zeichen für die Zukunft.“ Für die habe die KV-Wahl an vielen Stellen auch eine deutliche Verjüngung mit sich gebracht. Auch das mache Mut.
Für die Pfarrpersonen, Wahlvorstände und Kirchenvorstände, aber auch für die Verwaltungsassistenzen gehen intensive Wochen der Vorbereitung und Durchführung zu Ende. „Ihnen allen gilt ebenso mein herzlicher Dank“, erklärte er.
Nun konstituieren sich die neuen Kirchenvorstände, berufen weitere Mitglieder und bereiten sich auf den Beginn ihrer Amtszeit vor. Der Wunsch des Dekans lautet an der Stelle, dass Gott sie so begleitet, wie er es vor langer Zeit Salomo zugesagt hat: „Ich gebe dir ein weises und verständiges Herz.“
* pm: Evangelischer Kirchenkreis Marburg