„Schweigen“ ist Thema beim 16. Marburger Gesundheitsgespräch am Samstag (8. November). Die Veranstaltung findet im Rathaus statt.
Die Stadt Marburg lädt gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Marburger Gesundheitsgespräch“ zum 16. Marburger Gesundheitsgespräch in den Historischen Saal des Rathauses ein. Unter dem Titel „Schweigen hat einen Mund“ geht es am Samstag (8. November) von 9 bis 17 Uhr um die Themen Schweigen, Trauma und Kommunikation. Im Zentrum der Veranstaltung steht das eigentliche „Gesundheitsgespräch“.
Dabei geht es um die biographische Anamnese – also die Krankheitsgeschichte – einer teilnehmenden Person, die im Plenum besprochen und ausgewertet wird. Das Gespräch wird von Dr. Anne Sparenborg-Nolte geführt. Umrahmt wird das Gesundheitsgespräch von Vorträgen.
So stellt Dr. Anna Kaufmann in ihrem Vortrag „Schweigen im Kontext von Trauma, Erinnerung und Narration“ Schweigen als eine Form der Kommunikation in all seinen Facetten vor. Kaufmann promovierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen in der Neueren deutschen Literaturwissenschaft. Sie präsentiert eine Typologie des Schweigens und diskutiert anhand literarischer Vorlagen die Doppeldeutigkeit des Schweigens im Kontext traumatischer Erfahrungen.
Am Nachmittag beschäftigt sich der zweite Fachvortrag mit Sprachlosigkeit, Schweigen und Verstummen in der therapeutischen Konstellation. Der Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Matthias Wildermuth –
ehemaliger Klinikdirektor der Kinder- und Jugendpsychiatrie Herborn – wird über unbewusstes und bewusstes „strategisches“ Schweigen im therapeutischen Kontext sprechen. Anschließend wird in kleinen Gruppen der Frage nachgegangen, wie sich das Erlebte im Sinne der Salutogenese, der Lehre vom Gesundwerden und -bleiben nach Antonovsky umsetzen lässt.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Gebeten wird aber um eine Anmeldung unter info@marburgergesundheitsgespräch.de.
* pm: Stadt Marburg