Die Polizeiliche Kriminalstatistik für den Landkreis hat die Polizei Marburg am Donnerstag (12. Juni) vorgestellt. Insgesamt war im Jahr 2024 ein Rückgang vieler Deliktbereiche zu verzeichnen.
Eine langfristige Betrachtung der Fallzahlen im Landkreis Marburg-Biedenkopf zeigt Zahlen auf einem vergleichbar konstanten Niveau. In den zurückliegenden zehn Jahren wurden zwischen rund 10.000 und 11.000 polizeilich registrierte Fälle erfasst (Hellfeld). Kontinuierlich ist dabei auch die Fallzahlenbelastung der Universitätsstadt Marburg inklusive der stadtangrenzenden Ortsteilen mit 50 Prozent aller – im Landkreis polizeilich erfassten – Delikte.
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 10.623 Straftaten registriert. Das bedeutet einen Rückgang von 608 Fällen und damit 5,4 Prozent. Insgesamt konnten 61,5 % der Straftaten aufgeklärt werden.
Bei der Rauschgiftkriminalität ist ein signifikanter Rückgang von 1.079 auf 611 Straftaten 377 Delikte und damit 34,9 Prozent festzustellen. Die deutlichen Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr dieses klassischen Kontrolldelikts sind unte r anderem mit dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes (CanG) bzw. des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) im Jahr 2024 und der damit einhergehenden Teillegalisierung des Besitzes von bestimmten Mengen an Cannabis zu begründen.
Ein erfreulicher Rückgang ist auch bei den registrierten Wohnungseinbrüchen von 175 Delikten 45 Prozent auf 95 Fälle und bei den Fahrraddiebstählen von 324 auf 280 mit -13,6 Prozent im Jahr 2024 zu verzeichnen. Die positiven Entwicklungen sind unter anderem auf die gute sowie zielführende Präventionsarbeit der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf zurückzuführen.
Bei den erfassten Gewaltdelikten im Landkreis Marburg-Biedenkopf hingegen ist in der langfristigen Betrachtung ein Anstieg festzustellen, von 2014 bis 2024 stiegen die Zahlen der Gewaltdelikte von 341 auf 510. Dieser Deliktsbereich umfasst Totschlag und Mord sowie die Taten der Vergewaltigung, schweren sexuellen Nötigung, des Raubes sowie der schweren und gefährlichen Körperverletzung. Insbesondere im Bereich der Häuslichen Gewalt ist ebenfalls eine deutliche Steigerung der erfassten Zahlen festzustellen, die polizeiliche registrierten Taten nahmen in der Betrachtung von 2014 bis 2024 von 232 auf 397 Delikte zu.
Betrachtet man die Entwicklung der Universitätsstadt Marburg mit angrenzenden Ortsteilen, so ist mit 5.208 Fällen die Gesamtkriminalität um 398 Delikte und damit 7,1 Prozent rückläufig. Deutlich gesunken um 36,6 Prozent ist auch die Rauschgiftkriminalität von 541 auf 343 Delikte. Besonders positiv ist der Rückgang der Straßenkriminalität –
Diebstahlsdelikte, Raubüberfälle, gefährliche sowie schwere Körperverletzungen auf Straßen, Wegen und Plätzen – von 1.051 im Jahr 2023 auf 859 im Jahr 2024.
Damit sind die – im Stadtgebiet von Marburg polizeilich erfassten – Taten wieder mit den Zahlen aus 2019 mit 849 Delikten vergleichbar. Auch die Delikte im Bereich der Jugendkriminalität sind in 2024 zurückgegangen. „Dies ist das Ergebnis unserer fortwährenden Maßnahmen „Sichere Innenstädte“ (Sicheres Marburg), welche wir gemeinsam mit der Universitätsstadt Marburg betreiben“, erklärte der Leiter der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf Frank Göbel.
* pm: Polizei Marburg