Buch bewegt: Lesung über jüdische Kinder und Jugendliche

Das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) gibt jüdischen Kindern und Jugendlichen aus der NS-Zeit eine Stimme. Das geschieht bei einer Lesung am Sonntag (16. März).
Was haben jüdische Kinder und Jugendliche in der Zeit des Nationalsozialismus erleben müssen? Wie haben sie auf der Flucht, in Verstecken, in Ghettos oder in Konzentrationslagern überlebt? Welche Gedanken und Gefühle hatten sie?
Das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) möchte den jungen Menschen aus der NS-Zeit eine Stimme geben und den Holocaust aus deren Perspektive beschreiben. Dazu gibt es eine Lesung am Sonntag (16. März) von 11 bis 14 Uhr im Cineplex Marburg. Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Im Fokus stehen bei der Veranstaltung die Bücher „Die Geschichte von Bodri“ von Hédi Fried und „Der papierene Freund: Holocaust-Tagebücher jüdischer Kinder und Jugendlicher“. Neben Einführungen in die Bücher und Leseparts wird es immer wieder Gesprächsphasen mit dem Publikum geben. Dabei sollen Bezüge zur Gegenwart hergestellt und aktuelle Schicksale sichtbar gemacht werden.
„Die Geschichte von Bodri“ hat Hédi Fried 2019 im Alter von 95 Jahren verfasst. Sie berichtet altersgerecht, was ihr selbst in den 40er Jahren widerfahren ist: Sie wurde in Rumänien geboren, überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen und kam nach dem Krieg mit ihrer Schwester nach Schweden. Fried engagierte sich ihr Leben lang für die Aufklärungsarbeit zum Holocaust und kämpfte unermüdlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Ausgrenzung.
Gelesen wird außerdem aus einem kleinen Teil von Tagebüchern aus ganz Europa, die Geschichten von Kindern und Jugendlichen während des Zweiten Weltkriegs in Erinnerung halten. Die Lesung veranstaltet das KiJuPa der Universitätsstadt Marburg gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, dem Arbeitskreis Landsynagoge Roth und dem Deutsch-Schwedischen Freundschaftsverein Marburg als Auftakt in die „Wochen gegen Rassismus“. Bereits im vorangegangenen Herbst hatten die Partner gemeinsam zwei Lesungen in der Landsynagoge in Roth und im Haus der Jugend in Marburg angeboten. Dazu gab es viele positive Rückmeldungen aber auch anregende Gespräche. Daher entschieden die Veranstalter, das Leseprojekt erneut und für ein größeres Publikum anzubieten.

* pm: Stadt Marburg

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