Weinen vor Weihnachten: Menschen in Marburg trauerten mit Magdeburg

Auch in Marburg trauern die Menschen um die Opfer des Anschlags von Magdeburg. Auf beiden Weihnachtsmärkten der Innenstadt gabb es am Samstag (21. Dezember) eine Schweigeminute.
Fünf Menschen hat ein Attentäter am Freitag (20. Dezember) mit einer gezielten Fahrt in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus in Magdeburg getötet. Rund 60 Personen wurden dabei – teilweise schwer – verletzt. Insgesamt zählen die Behörden rund 200 Verletzte.
Inzwischen verdichten sich Hinweise darauf, dass der 50-jährige Attentäter den Behörden bereits bekannt war. Allerdings ist er offenbar kein Islamist, sondern ein entschiedener Gegner des Islamismus. Unbestätigten Hinweisen zufolge soll er auch in Kontakt mit Neonazi-Gruppen gestanden haben.
Der saudische Arzt arbeitete als Psychiater in einem Krankenhaus Bernburg. Seine radikallen Äußerungen auf Internetplattformen lassen ihn verwirrt und zumindest verbal gefährlich erscheinen. Zudem sollen saudische Behörden deutsche Dienststellen vor ihm gewarnt habben.
All das führt nun zu reflexhaften Forderungen nach Ausweisung ausländischer Menschen sowie Anschuldigungen an die Behörden, sie hätten versagt. Hinterher ist man eben immer klüger als zuvor.Wenn man jede verwirrte Seele sofort einsperren oder abschieben sollte, dann käme das einem massiven Abbau des Sozialstaats nahe.
Viele Millionen Menschen in Deutschland zweifeln zu Recht an ihren Zukunftserwartungen. Viele verzweifeln ob der sozialen Kälte in diesem Land. Darum wäre es fatal, nun aus einem Einzelfall einen Generalverdacht gegen Menschen aus fremden Ländern oder Menschen mit psychischen Auffälligkeiten abzuleiten.m Wer den Klimawandel träge aussitzen will, der sollte sich nicht gegen Menschen ereifern, die das nicht ertragen können oder wollen.

* Franz-Josef Hanke

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