Das mobile Stadtbüro: Flexibel bis in alle Stadtteile

Das „mobile Stadtbüro“ hat die Stadtverwaltung am Montag (8. Juli) vorgestellt. Es ist flexibel bis in alle Stadtteile.
Die Stadt Marburg geht neue Wege im Service für ihre Bürgerinnen und Bürger: Das Stadtbüro wird mobil und kommt künftig in die Stadtteile. Das innovative Konzept soll im Herbst starten.
Die technischen und personellen Vorbereitungen laufen. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies hat gemeinsam mit dem Stadtbüro-Team vorgestellt, was der Bürgerkoffer kann und wo er zum Einsatz kommen soll. „Die Universitätsstadt Marburg ist in erster Linie eine Stadtverwaltung und dafür zuständig, dass die Menschen bei uns gut und gerne leben können“, erläuterte Spies. „Dazu gehört insbesondere der Service bei den Verwaltungsdienstleistungen, die wir den Menschen bieten.“
Wichtig sei, dass die Marburgerinnen und Marburger sich beim Melderegister anmelden können, dass sie ihre Ausweisdokumente und Führungszeugnisse beantragen oder Zeugnisse beglaubigt bekommen können. All das leistet das Stadtbüro – in Präsenz und online. Für Behördengänge haben die Marburgerinnen und Marburger mehrere Anlaufstellen. Das volle Maß der 55 Dienstleistungen können sie direkt in der Frauenbergstraße bekommen.
Die Online-Angebote sind stetig im Ausbau. Was gesetzlich online möglich ist, wird dort zu finden sein. Darüber hinaus gibt es in den Quartiersmanagements, im Beratungszentrum im BiP und in der Servicestelle im Erwin-Piscator-Haus städtische Anlaufstellen, an denen die Mitarbeitenden bei der Online-Beantragung von Stadtbüroleistungen helfen. Neu hinzu kommt nun der Bürgerkoffer, mit dem das Stadtbüro-Team ab Herbst als mobiles Stadtbüro unterwegs sein wird.
„Mit dem Bürgerkoffer aus der Bundesdruckerei kann die Stadt eine mobile Stadtbüroarbeit in den Außenstadtteilen anbieten“, erklärte Simone Söhnel vom Fachbereich Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Brandschutz. Das Stadtbüro kann so in alle Stadtteile inklusive der Außenstadtteile fahren und dort Sprechzeiten und Termine anbieten. „Auch der Besuch von Pflegeheimen beispielsweise wird durch den Bürgerkoffer möglich“, ergänzte Spies. Lediglich ein paar technische Voraussetzungen müssen dafür stimmen wie etwa eine stabile LTE-Verbindung.
Der Vorteil des mobilen Stadtbüros ist, dass es alle Dienstleistungen des Stadtbüros in der Frauenbergstraße anbieten kann. Dazu zählen auch diejenigen, für die eine persönliche Vorsprache gesetzlich vorgeschrieben ist. „Das ist ein großer Vorteil gegenüber den bisherigen Verwaltungsaußenstellen“, erläuterte Spies. „Diese gab es nur in drei Stadtteilen; und sie könnten künftig nur noch rund neun Dienstleistungen anbieten.“ Mit dem Bürgerkoffer könne das Stadtbüro nun alle Stadtteile bedienen –
inklusive der 18 Außenstadtteile. Die ehemaligen Verwaltungsaußenstellen in den drei größeren Außenstadtteilen Cappel, Wehrda und Marbach konnten zuletzt nur noch wenige der Dienstleistungen des Stadtbüros anbieten. Darüber hinaus wurden diese Angebote nur in geringem Umfang in Anspruch genommen. Stattdessen haben die Verwaltungsaußenstellen auch eine soziale Funktion im Quartier übernommen – als Ansprechstelle für Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine beispielsweise.
„Das ist aber nicht die fachliche Kompetenz und auch nicht die Aufgabe, die unsere Mitarbeiter*innen aus dem Stadtbüro machen wollen“, erläuterte Spies. Ausschreibungen dafür seien erfolglos gewesen. „Und für die soziale Funktion haben wir in Cappel modellhaft ein Quartiersmanagement eingerichtet, das die dortige Quartiersmanagerin Vanessa Binzen hervorragend ausfüllt und viele Vorhaben im Quartier anstößt oder unterstützt.“
Das sei eine deutliche Ausweitung der Quartiersfunktion der Verwaltungsaußenstellen. Derzeit wird das Quartiersmanagement in Cappel evaluiert. Dabei soll dann geprüft werden, ob und wie das Konzept auch auf Wehrda und die Marbach angewandt werden kann. Derzeit werden die Ortsvorsteher dort durch geringfügig Beschäftigte unterstützt.
Auch der Bürgerkoffer soll zunächst zwei Jahre getestet werden – in Kooperation mit anderen öffentlichen Institutionen. Dabei können Verwaltungsgebäude genutzt werden ebenso wie Banken, die Servicestelle für Soziales im Erwin-Piscator-Haus (EPH) oder das Pflegeheim der Altenhilfe St. Jakob am Richtsberg oder je ein Standort in der Oberstadt, in den westlichen und östlichen Außenstadtteilen.

* pm: Stadt Marburg

Kommentare sind abgeschaltet.