Verstand statt Umstand: Makerspace und Showroom für Medienzentrum

Neue Räume und neue Technik für das Marburger Medienzentrum hat die Stadt angekündigt. Es erhält einen „Showroom“ als zentralen Ort von Begegnung und gemeinsamen Lernen.
Schülerinnen und Schüler einen anderen, digitalen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und Lehrpersonen im Bereich der Medienpädagogik zu unterstützen, ist eines der Ziele hessischer Medienzentren. Um dieser Aufgabe noch intensiver nachzukommen, investiert die Stadt Marburg Landesfördermittel in die Ausstattung ihres Medienzentrums. Darüber hinaus verändert sich das Medienzentrum auch räumlich.
„Für zeitgemäße pädagogische Beratung und Anwendungsschulungen braucht es die entsprechende technische Ausstattung und auch geeignete Räume“, sagte Bürgermeisterin Nadine Bernshausen. Die geeigneten Räume sind inzwischen gefunden: Das Marburger Medienzentrum zieht in das Forum in der Neuen Kasseler Straße und vergrößert sich dabei auf rund 280 Quadratmeter.
Damit hat die Stadt zusätzlich die Rahmenbedingungen für einen „Showroom“ beziehungsweise „Makerspace“ geschaffen, der als Bildungsstätte für Lehrpersonal und Projekt-Werkstatt für Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse dienen soll. Die Eröffnung ist für Herbst 2024 geplant. Die technische Ausstattung ist ebenfalls schon vorhanden.
„Das Land Hessen hat als Zusatzprogramm eine Förderung von rund 170.000 Euro für hessische Medienzentren bereitgestellt, um die Einrichtung eines Showrooms zu ermöglichen“, berichtete die Bürgermeisterin. Die Mittel wurden bereits akquiriert und zweckgebunden ausgegeben beispielsweise für 3D-Drucker, Laser-Cutter, Augmented-Reality-(AR)-Brillen und Virtual-Reality-(VR)-Brillen.
Florian Sauermann vom städtischen Fachdienst Schulverwaltung und Medienzentrum sowie Nico Anastasio vom Medienzentrum und Digitalisierungsmanagerin Jacqueline Donath, erläuterten den Nutzen des künftigen „Makerspaces“. So soll es einerseits Fortbildungen für Lehrende geben und andererseits Angebote für Schulklassen. Anastasio schilderte, dass die digitalen Möglichkeiten im „Makerspace“ generell als Inspiration für das Lehrpersonal dienen.
Der zunehmende Bedarf an Unterstützung für Schulen resultiere aus der verbesserten digitalen Ausstattung im Rahmen des „DigitalPakts Schule“ und seiner Zusatzprogramme. Eine bessere IT-Ausstattung und Infrastruktur des Medienzentrums wiederum ermögliche zeitgemäße pädagogische Beratungsangebote und Anwendungsschulungen für Lehrende im Medienzentrum. Das Hauptziel bestehe darin, Lehrpersonen die Möglichkeit zu geben, sich in einem simulierten „digitalen Klassenzimmer“ über neueste Entwicklungen zu informieren.
„Im ,Makerspace‘ können Endgeräte auf ihre Tauglichkeit geprüft werden; und es werden Beratungen hinsichtlich ihrer unterrichtlichen Anwendung angeboten“, erläuterte Anastasio. Auch für Besuche mit Schulklassen soll der „Makerspace“ bereitstehen. Während AR-Brillen Hologramme in den realen Raum einfügen, erschaffen VR-Brillen einen komplett virtuellen Raum.
Die speziellen Brillen ermöglichen Schülerinnen und Schülern einen anderen Zugang etwa zu Geometrie oder Anatomie. Die für VR- beziehungsweise AR-Brillen erstellten Inhalte ermöglichen es, die reale Welt auszublenden – und dadurch in eine vermeintlich andere Welt einzutauchen.
Die Auseinandersetzung mit dem Greenscreen, im Tonstudio und mit Videoaufnahmen vermittle nicht nur technische Fähigkeiten, sondern biete auch die Möglichkeit, kritisch darüber zu reflektieren, was etwa Künstliche Intelligenz und Fakenews betrifft. Während mit einem 3D-Drucker eine dreidimensionale Form gebaut werden kann, schneidet der Laser-Cutter eine eher zweidimensionale Form aus Materialien wie Holz oder Leder aus. Die Arbeit mit beiden Geräten veranschaulicht dabei die Entstehung eines fertigen Produkts vom kreativen Denkprozess über die technische Umsetzung.
Das fördere das Prozessdenken und benötige mathematische Vorüberlegungen und Vorabplanungen, erklärte Sauermann. Mit solchen erlebbaren Technologien könne dann möglicherweise auch das Interesse bei den Schülerinnen und Schülern für entsprechende Berufe geweckt werden.
„Der Showroom im Medienzentrum Marburg wird künftig als zentraler Ort der Begegnung und des gemeinsamen Lernens dienen“, erläuterte Bernshausen. Das gelte insbesondere im Umgang mit digitalen Medien. „Geplant sind vielfältige Fortbildungsangebote und spannende Veranstaltungen, die im Makerspace des Medienzentrums stattfinden werden“, fasste Bürgermeisterin Bernshausen zusammen.
Derzeit werden die Räume im Forum hergerichtet, um in wenigen Monaten als „Makerspace“ zu dienen. Die Mitarbeitenden des Medienzentrums nehmen an entsprechenden Fortbildungen teil – mit dem Ziel, ein Kompetenzzentrum aufzubauen.

* pm: Stadt Marburg

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