Für Herz und Hirn: „Der Zauberer von Oz“ begeisterte im EPH

„Es gibt keine Zauberer.“ Dieser Aussage ihrer Tante widerspricht die kleine Dorothy in der Geschichte „Der Zauberer von Oz“.
Ein Theaterstück nach dem gleichnamigen Märchen von L. Frank Baum feierte am Samstag (25. November) Premiere im Erwin-Piscator-Haus (EPH). Darin bewies Regisseur Boris von Poser auf erfrischende Weise, dass es auch 2017 in Marburg Zauberer gibt: Mit einfachen Mitteln und mitreißßender Musik verzauberte er das Publikum für gut 75 Minuten und entführte es in das Zauberland Oz.
Dorthin entführt ein Wirbelsturm auch die kleine Dorothy und ihren Hund Toto. Ganz ohne ihr Zutun hat ihr Haus beim Aufprall auf dem Boden die böse Hexe des Ostens erschlagen. Doch die gute Hexe des Ostens rechnet diese Tat Dorothy an und übergibt ihr die silbernen Schuhe der bösen Hexe.
Außerdem rät sie ihr, in die Smaragdstadt zu gehen. Dort residiert der große Zauberer von Oz. Er könne Dorothy vielleicht helfen, wieder nach Hause zu kommen.
Auf ihrem Weg in die Smaragdstadt treffen Dorothy und Toto auf die Vogelscheuche „Scheuch“ und den Holzfäller aus Blech sowie den ängstlichen Löwen. Scheuch wünscht sich Verstand anstelle des Strohs im Kopf. Der Holzfäller aus Blech wünscht sich ein Herz und der Löwe Mut.
Alle drei schließen sich Toto und Dorothy an. Mit Mut und Verstand bewältigen die fünf Freunde den gefährlichen Weg in die Smaragdstadt und treffen dort auf den Zauberer Oz.
Ihre Wünsche werde er erfüllen, wenn sie die böse Hexe des Westens töten, verspricht er den Freunden. Sie könne und werde niemanden töten, entgegnet Dorothy. Doch den Freunden bleibt letztlich keine andere Wahl; und so machen sie sich schließlich auf den Weg nach Westen.
Natürlich endet das Märchen mit einem glücklichen Schluss. Dorothy muss niemanden töten, und die böse Hexe stirbt dennoch durch ihre Hand. Oz erfüllt ihre Wünsche trotz seiner Versprechen nicht, doch Dorothy kommt trotzdem am Ende wieder heim in die Prärie von Kansas.
Spannend und fröhlich schreitet Dorothy dabei immer tapfer voran. An ihrer Seite sind ihre vier Freunde, die im Zweifel all ihren Mut zusammennehmen und ihr helfen.
Am Akkordeon begleitet Vassily Dück die Gesänge der Leute auf der Bühne und reißt dabei auch das Publikum mit. Am Ende ernteten er ebenso wie die sieben Darstellenden zu Recht langanhaltenden Applaus.
Besonders überzeugt haben Barbara Krabbe in der Gestalt der bösen Hexe des Ostens und er guten Hexe des Westens sowie Karlheinz Schmitt als Vogelscheuche „Scheuch“. Lene Dax brillierte als kleines Hündchen Toto. In die Herzen der Zuschauer gespielt hat sich aber vor allen anderen Insa Jebens als phantasievolle, mutige und mitfühlende Dorothy.
Den kleinen und großen Kindern kann man nur wünschen, dass es noch Karten für dieses wunderschöne Weihnachtsmärchen gibt. Das Loblied auf Mut, Klugheit und Freundschaft geht ans Herz ebenso wie ins Hirn. „Der Zauberer von Oz“ ist letztlich eine fröhliche Freude für die ganze Familie.

* Franz-Josef Hanke

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