Die Theodor-Schubert-Stiftung schüttet 12.000 Euro an Bedürftige aus. Der Freundeskreis Marburg-Northampton hat eine Zustiftung dazu gemacht.
Friedrich Max Theodor Schubert wäre am Montag (28. November) 128 Jahre alt geworden. Des Begründers der Theodor-Schubert-Stiftung haben Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies als Kurator der Stiftung, Stiftungsvorstand Heiko Wöllner sowie Vertreter*innen der Stadtverwaltung und der Commerzbank AG bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken im Rathaus gedacht. Die Ausschüttung aus der Stiftung beträgt 12.000 Euro und kommt 64 älteren, bedürftigen Bürgerinnen und Bürgern zugute.
„Heute gedenken wir gemeinsam einem Mann, der fast sein ganzes Vermögen in die von ihm initiierte Stiftung eingebracht hat“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies anlässlich des Gedenkens an den Vater der Theodor-Schubert-Stiftung. „Friedrich Max Theodor Schubert hat seine Geburtsstadt nie vergessen und sorgt mit seiner Stiftung bis heute für die älteren, notleidenden Bürger*innen unserer Stadt.“
Am Geburtstag des Stifters gibt es daher jedes Jahr – wie von Schubert verfügt – eine kleine Runde bei Kaffee und Kuchen für diejenigen, die an der Ausschüttung beteiligt sind. Zeitgleich wird Geld auf die Konten von älteren Marburgerinnen und Marburgern überwiesen, die finanzielle Engpässe haben oder sich vielleicht sonst keine Weihnachtsgeschenke für die Enkelkinder leisten könnten.
2022 erhielten 49 Einzelpersonen und acht Paare einen Teil der Ausschüttung. Sie bekamen je 200 Euro für Einzelpersonen und 300 Euro für Paare.
Das Stiftungsvermögen beläuft sich mittlerweile auf rund eine Million Euro, wie Stiftungsvorstand Heiko Wöllner erklärte. Gewachsen sei das Vermögen immer wieder durch Zustiftungen. In diesem Jahr hat der Freundeskreis Marburg-Northampton eine Zustiftung gemacht.
Sie besteht aus Spenden der Besucherinnen und Besucher aus der englischen Partnerstadt für diesen Zweck. Außerdem habe ein Ehepaar aus Marburg 5.000 Euro für den Stiftungsstock gespendet.
„Danke für diese Zustiftung“, bedankte sich Stadträtin Kirsten Dinnebier beim Freundeskreis. „Es ist toll, dass Sie auf diese Idee gekommen sind und den großartigen Stiftungszweck damit unterstützen.“
Der Dank der Stadt gelte auch allen anderen, die zustiften oder spenden. „Das Besondere ist ja, dass Menschen in Marburg damit eine direkte Zuwendung erhalten“, bemerkte Dinnebier.
Der 1894 geborene Friedrich Max Theodor Schubert lebte bis 1900 in Marburg. 1912 kehrte er in die Universitätsstadt zurück, um eine dreijährige Ausbildung als Kaufmann zu absolvieren. Nachdem er zum Kriegsdienst eingezogen worden war, begann er seine berufliche Laufbahn bei dem Reiseunternehmen „Lloyd“ in Norddeutschland, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1975 lebte.
Im Laufe der Jahre arbeitete sich Schubert zum Direktor dieses Reiseunternehmens empor. Den Bezug zu Marburg hat er jedoch nie verloren.
Er bezeichnete sich immer als „Marburger Kind“,. seine Stiftung trägt aus diesem Grund den Namen „Theodor Schubert – ein Marburger Kind“.
Seine frühe Kindheit und die Kaufmannslehre in Marburg prägten ihn in erheblichem Maße. Beide Lebensabschnitte standen für ihn unter schwierigen äußeren Voraussetzungen, da die Schuberts in ärmlichen Verhältnissen leben mussten. Zur damaligen Zeit gab es nur geringe finanzielle Unterstützung durch die sogenannte „Wohlfahrt“.
„Sozialhilfe“, wie wir sie sie heute kennen, auf die sogar ein Rechtsanspruch besteht, gab es damals noch nicht“, erinnerte Spies. Wahrscheinlich ist die anfänglich schlechte finanzielle Situation Schuberts die Grundlage zur Idee für die seit mehr als 40 Jahren bestehende Stiftung gewesen. 2022 kamen 12.000 Euro zur Ausschüttung.
Die Stiftungssatzung schreibt vor, dass mit einem Geldbetrag nur ältere, bedürftige Bürger*innen der Stadt Marburg bedacht werden dürfen. Das überprüft der Fachdienst Arbeit, Soziales und Wohnen der Universitätsstadt Marburg.
* pm: Stadt Marburg