Erneut geben erfolgreiche Betrügereien Anlass zur nochmaligen Warnung. Wegen ihrer Vielfalt kann die Polizei gar nicht alle Maschen und Geschichten der Betrüger auflisten.
Ein probates Mittel, sich vor einem Betrug am Telefon zu schützen, ist es, einfach aufzulegen, sobald es bei einem unerwarteten Anruf um Geld oder um Vermögen geht. Ist es nicht der Betrüger am Telefon, könnte es auch ein Betrug per E-Mail sein. So erhielt ein Marburger am Dienstag (26. Juli) per Mail eine Zahlungsaufforderung, worin angeblich der Zoll eine Überweisung für eine Lieferung aus dem Ausland und die Übermittlung eines Sicherheitscodes an eine E-Mail-Adresse @zollpay.de verlangte.
„Reagieren Sie nicht auf elektronische Nachrichten von unbekannten Absendern“, rät Polizeisprecher Martin Ahlich. „Klicken Sie in diesen Nachrichten keine Links an und folgen Sie keinesfalls den enthaltenen Anweisungen! Überweisen oder Übergeben Sie vor allem niemals Geld aufgrund eines Anrufs oder eine E-Mail! Übermitteln Sie niemals die Codes für irgendwelche Paysafe-Karten!“
In Marburg fielen am Montag (25. Juli) zwei Frauen im Alter von 27 und 52 Jahren Betrügern zum Opfer. In einem Fall gab sich der Anrufer als Europolmitarbeiter aus. Er setzte sein Opfer so unter Druck, dass es zu einer Überweisung von 1.500 Euro auf eine Bank in Thailand kam.
Da der Betrag amgeblich jedoch nicht reichen würde, erhielt das Opfer die Anweisungen, in verschiedenen Geschäften „Google Play Cards“ zu kaufen und die Codes zu übermitteln. Das Opfer kam den Forderungen nach. Dadurch verlor die Frau insgesamt mehrere Tausend Euro.
Im zweiten Fall erzählte der angebliche Interpolmitarbeiter, dass offenbar auf den Namen des Opfers Wohnungen in Berlin angemietet worden seien, in denen man nunmehr Betäubungsmittel sichergestellt habe. Letztendlich wirkte der Betrüger am Telefon so sehr auf sein Opfer ein, dass es zu einer Überweisung von fast 2.500 Euro ebenfalls auf ein Konto bei einer Bank in Thailand kam.
Die Polizei warnt ausdrücklich vor den Betrügern am Telefon: „Übergeben oder überweisen Sie niemals Geld, wenn es am Telefon bei einem unerwarteten Anruf ums Geld geht“, rät Ahlich. „Keine seriöse Firma und keine Polizeidienststelle oder Staatsanwaltschaft oder Gericht verlangt über das Telefon eine Kaution oder eine Geldüberweisung oder eine Übermittlung von Codes für Gutscheinkarten oder die Weitergabe von Daten.“
* pm: Polizei Marburg