Wir sind Häftlinge: Bei Entlassung aus Polizeigewahrsam Schranke beschädigt

leich zweimal griffen Fahnder der Kriminalpolizei Marburg am Dienstag (15. August) in Sarnau zu. Sie verhafteten mit Haftbefehl gesuchte Männer.
Der eine ist ein 18-jähriger wohnsitzloser Deutscher. Er steht unter dem Verdacht, an mehreren Einbrüchen beteiligt gewesen zu sein und mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen gehandelt sowie sogar mehrere Hanfplantagen betrieben zu haben. Der junge Mann, der bei der Festnahme im Übrigen erneut im Besitz von Marihuana war, befindet sich nach der richterlichen Vorführung bereits in einer Justizvollzugsanstalt (JVA).
Außerdem gab es noch eine weitere Festnahme. Gegen den 39-jährigen Algerier bestand ein Vollstreckungshaftbefehl des Amtsgerichts Gießen im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (BTMG). Da er den Haftbefehl mangels des dafür notwendigen Bargelds erst einmal nicht abwenden konnte, musste er mit.
Kurz vor dem Transport in die JVA zahlten Landsleute für ihn die Geldstrafe. Wohl hocherfreut über die abgewandte Haft, entwickelte der Mann dann einen Bewegungsdrang, den man ihm gar nicht zugetraut hätte, zumal er bei der Einlieferung über Schmerzen am Fuß klagte und kaum die Treppe hochkam. Die Kripo hatte sogar bereits einen Arzt zur Feststellung der Haftfähigkeit gerufen.
Die Rettung in letzter Sekunde wirkte dann allerdings Wunder. Der Mann konnte nicht schnell genug wegkommen. Er rannte „volle Pulle“ auf die Schranke an der Einfahrt zu.
Ob er vorhatte, die Schranke einfach umzurennen oder ob er einfach des Hürdenlaufs nicht mächtig ist oder ob die Verletzung seines Fußes doch schwerwiegender war, lässt sich nicht sicher sagen. Fakt allerdings ist seine Bruchlandung und der daraus entstandene Schaden an der Schranke.
Der Mann muss sich demnächst erneut verantworten. Grund ist einmal die Sachbeschädigung an der Schranke und dann, weil er bei seiner Festnahme im Besitz weiterer Betäubungsmittel und eines durch Diebstahl in einer Gaststätte abhandengekommenen Handys war. Abzuwarten bleibt, wie lange er sich seiner unverhofften Freiheit erfreuen darf.

* pm: Polizei Marburg

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