Denkmalpflege in Dialog: Klimaschutz bei Erhaltung der Bausubstanz

Wie können Denkmalpflege und Klimaschutz zusammenwirken? Der 43. Tag der Hessischen Denkmalpflege findet zu diesem Thema im Rahmen des Stadtjubiläums in Marburg statt.

Die Universitätsstadt richtet die Veranstaltung am Donnerstag (9. Juni) und Freitag (10. Juni) gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen aus. Alle Interessierten sind eingeladen, sich noch bis Montag (6. Juni) anzumelden.

„Denkmalschutz ist in Marburg wichtig, weil wir viel Schützenswertes haben: Vom Schloss über Prunkfassaden im Südviertel bis hin zu einer mittelalterlichen Wehranlage in der Lahn“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Neben dem Ziel, das Alte zu erhalten, zählt für uns auch Modernität und mit der Zeit zu gehen, deshalb wollen wir zum Beispiel den Denkmalschutz mit unseren Klimaschutzzielen vereinbaren“.

Der Tag der Hessischen Denkmalpflege wird seit 1979 alle zwei Jahre in einer Stadt oder Kommune veranstaltet. Dieses Jahr läuft er unter dem Titel „Denkmalpflege im Klimawandel“.

Unter anderen werden Präsident Prof. Dr. Markus Harzenetter vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen und Wissenschaftsministerin Angela Dorn am Donnerstag (9. Juni) Vorträge im Technologie- und Tagungszentrum (TTZ) halten. Klug vom städtischen Fachdienst Stadtplanung und Denkmalschutz hält einen Vortrag unter dem Titel „Umgang mit Klimaschutz und Denkmalschutz“.

Es soll im Zusammenhang mit dem Klimawandel um energetische Sanierung, um Solaranlagen auf Kulturdenkmälern und innovative Ansätze zum Denkmalschutz gehen. Auch Stadtführungen zu verschiedenen Themen wie der Sanierung des Grüner Wehrs und der Remisen an der Otto-Ubbelohde-Schule sind geplant.

Auch die Jugendbauhütte Hessen-Marburg ist in das Programm involviert. Sie zeigt am Donnerstag (9. Juni) anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens die Ausstellung „20 Jahre Jugendbauhütte – Freiwilligendienst in der Denkmalpflege in Zeiten des Klimawandels“.

Am Freitag (10. Juni) stehen Exkursionen auf dem Programm. Ziele werden das archäologische Freilichtmuseum „Zeiteninsel“ und der Neue Botanischen Garten sein.

Die Praxis der Denkmalpflege ist auf Reparatur und Wiederverwendung ausgerichtet. So leistet sie schon einen wertvollen Beitrag zu einem zurückhaltenden Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen lobte die Stadt Marburg für die besondere Erhaltung ihrer historischen Bausubstanz. Auch habe sie sich um Naturschutz und Klimaschutz im Sinne eines nachhaltigen und solidarischen Lebens in der Stadt verdient gemacht.

Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Architektinnen und Architekten, Stadtplanende, Handwerkerinnen und Handwerker, Universitäten, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Politik. Auch Ehrenamtliche sowie alle Interessierten sind eingeladen.

Ziel der Veranstaltung ist es vor allem, Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Fachbereichen miteinander zu vernetzen. Das soll das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer umfassenderen Bewertung des Gebäudebestandes schärfen. Nie waren aus Sicht des Landesamts für Denkmalpflege der enge Austausch und das konstruktive Zusammenspiel aller Akteure aus dem Themenfeld „Denkmalschutz und Klimaschutz“ so dringlich wie heute.

*pm: Stadt Marburg

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