Fokus auf Vorsorge: Informationen und Aufklärung über Brustkrebs

Von Früherkennung über Therapien bis hin zu Heilungschancen reichte das Programm im „Brustkrebsmonat“. Den Höhepunkt bildete eine Veranstaltung am Sonntag (3. Oktober).
Brustkrebs ist die häufigste Art für Frauen, an Krebs zu erkranken. Die Heilungschancen sind bei Früherkennung gut.
Doch wie kann die Erkrankung rechtzeitig entdeckt und behandelt werden? Und was haben Erschöpfungszustände damit zu tun? Um diese Themen ging es anlässlich des internationalen Bewusstseinsmonats für Brustkrebs während der Informationsveranstaltung im Erwin-Piscator-Haus mit Fachvorträgen, Workshops und der Eröffnung einer Fotoausstellung.
„Brustkrebs hat gute Heilungschancen“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies im Zuge der Veranstaltungseröffnung. „Um diese nutzen zu können, ist die Früherkennung der Krankheit sehr wichtig. Mit dieser Veranstaltung möchten wir die Betroffenen und Nichtbetroffenen aufklären und einen Raum für Fragen und Vernetzung bieten.“
Den Informationstag zum Thema „Brustkrebs“ im Erwin-Piscator-Haus (EPH) hatte die Stadt Marburg gemeinsam mit dem Brustzentrum Regio des Universitätsklinikums Gießen-Marburg (UKGM), mehreren Vereinen und Gemeinwesenträgern organisiert. Nicht nur über die Früherkennung von Brustkrebs informierten sich die rund 40 Teilnehmenden; unter anderem durch Workshops zur angeleiteten Selbstuntersuchung: Im ersten Vortrag „Update Therapie-Möglichkeiten“ berichtete Dr. Christine Köhler vom Brustzentrum Regio, über verschiedene Behandlungsmethoden.
„Die Möglichkeiten, Brustkrebs zu behandeln, sind vielfältig“, berichtete sie. „Wir wollen den Betroffenen einen Überblick verschaffen, sodass sie mündige Entscheidungen treffen können.“
Der Onkologe Dr. Jens Ulrich Rüffer von der Deutschen Fatigue Gesellschaft sensibilisierte im zweiten Vortrag „Fatigue bei Krebs, einfach nur ein bisschen müde?“ für Erschöpfungszustände bei und nach Krebserkrankungen. „Fatigue – körperliche, geistige und seelische Erschöpfungszustände – kommen bei etwa 60 bis 90 Prozent der von Krebs Betroffenen während der Tumortherapie vor“, erläuterte er. „Nach beendeter Therapie sind etwa 20 bis 50 Prozent betroffen.“
Zu den Vorträgen wurde eine Synchronübersetzung in Leichter Sprache angeboten. Außerdem wurden die Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache (DGS) angeboten sowie eine mobile Induktionsschleife zur Verfügung gestellt, die Personen mit Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten barrierefreies Mitverfolgen von Vorträgen ermöglicht.
Darüber hinaus hatte der Verein „Leben mit Krebs“ halbstündige Einführungen mit sogenannten „Smovey-Ringen“ organisiert. Das sind vibrierende Schwingringe, die die Tiefenmuskulatur aktivieren.
Gynäkologinnen des Brustzentrums Regio boten außerdem angeleitete Selbstuntersuchungen an inklusive einem vertiefenden Vortrag zum Thema „Brustkrebsfrüherkennung“. Im Foyer gab es Informationsstände von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Anneliese Pohl –
Psychosoziale Krebsberatungsstelle Marburg, von „Onkomütze Interessengemeinschaft“ und dem Verein „Leben mit Krebs Marburg“.
Im Anschluss wurde die Ausstellung „FUCK IT – I’M ALIVE!“ durch die Fotografin Iris Edinger sowie Mitinitiatorin Marjorieth Sanmartin und Protagonistin Katrin Hiersche eröffnet. Das Fotoprojekt gibt Betroffenen eine Stimme und dokumentiert anhand von Bildern und Interviews, dass die Porträtierten keine Opfer ihrer Krankheit sind, sondern Kämpfer*innen und Überlebende. Sie zeigen stolz, würdevoll und schön das (Über)-Leben.
Ihre Stärke ist inspirierend und ermutigend für Betroffene und Nicht-Betroffene. Die Ausstellung wird den ganzen Oktober während der Öffnungszeiten der Marburger Tourist-Information im EPH zu sehen sein montags bis mittwochs von 9 Uhr bis 16 Uhr, donnerstags und freitags von 9 Uhr bis 18 Uhr, samstags von 10 Uhr bis 14 Uhr und sonntags von 12 Uhr bis 18 Uhr.
Für Gruppen ab einer Größe von drei Personen können individuell Führungen organisiert werden. Die Absprache läuft über die Mail-Adresse gesund@marburg-stadt.de.
Im Nachgang des Informationstags werden in den Stadtteilen im Oktober, November und Dezember weitere angeleitete Selbstuntersuchungen für bestehende Frauengruppen angeboten. Zwei der von Gynäkolog*innen des UKGM angebotenen Workshops sind öffentlich, so dass sich interessierte Frauen per E-Mail an gesund@marburg-stadt.de jeweils für Freitag (8. Oktober) oder Freitag (29. Oktober) anmelden können.Die Workshops beginnen um 17 Uhr im Sitzungssaal des Bauamts an der Barfüßerstraße und dauern etwa 30 Minuten.
Die Selbstuntersuchung findet bekleidet, teilweise anhand von Modellen und in vertraulicher Atmosphäre statt. Weitere Informationen gibt es beim Fachdienst Gesunde Stadt unter der Telefonnummer 06421/201-1037 oder per Mail an , Linda.Noack@marburg-stadt.de.

* pm: Stadt Marburg

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