Überfällige Gleichstellung: Bundestag entscheidet über „Ehe für alle“

Über die „Ehe für alle“ wird der Deutsche Bundestag am Freitag (30. Juni) entscheiden. Eine Mehrheit für die Ehe homosexueller Paare ist wahrscheinlich.
Befürwortet wird sie von der SPD, den Grünen und den Linken. Während homsexuelle Paare in vielen Ländern bereits das Recht besitzen, eine Ehe zu schließen, dürfen sie in Deutschland lediglich eine sogenannte „eingetragene Partnerschaft“ führen. Sie geht einher mit den gleichen Pflichten wie eine Zivilehe, verwährt den Partnern jedoch einige Rechte, beispielsweise ist es ihnen verboten, gemeinsam ein Kind zu adoptieren.
Grund dafür, dass homosexuelle Paare noch immer benachteiligt und geringer geschätzt werden, ist die strikt konservative Einstellung der CDU und CSU. Beide Parteien bauen auf christlich-sozialem und wertkonservativem Gedankengut auf.
Offensichtlich ist dabei, dass die Einstellung, Homosexualität sei etwas Geringeres oder gar Verbotenes, sich trotz Fortschritt und Wandel im Denken vieler Menschen nicht geändert hat. Deutlich wird das auch daran, dass viele Pfarrer in Deutschland die Eheschließung homosexueller Paare verweigern und Homosexualität in machen Kirchengemeinden noch immer ein Tabu-Thema ist. Andere Gemeinden hingegen haben kein problem damit.
Die Haltung der CDU und CSU wiederspricht jedoch den von ihnen selbst genannten Grundwerte „Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit“. Von Freiheit ist nur dann die Rede, wenn jeder in Deutschland lebende Mensch wirklich die Freiheit besitzt, zu lieben, wen er möchte, ohne deshalb einen Nachteil zu haben.
Auch Solidarität sowie Gerechtigkeit sollte jedem Deutschen Bürger zuteil werden. Dabei sollte völlig außer Acht gelassen werden, welche sexuelle Orientierung dieser Bürger hat.
Dass man einen homosexuellen Menschen in der freien Ausübung seiner Sexualität behindert und ihm durch Gesetze einen Nachteil verschafft, der ihm ein Leben verwährt, das heterosexuellen Menschen gewährt wird, zeugt von einem großen Maß an Respektlosigkeit.
Die heutige Gesellschaft ist geprägt von technischem sowie wissenschaftlichem Fortschritt. Er schließt den Fortschritt in der Erforschung der sexuellen Prägung ein. Bewiesen ist, dass ein Mensch nicht Schuld an seiner sexuellen Orientierung.
Deutschland ist ein Land, das für sich selbst in Anspruch nimmt, fortschrittlich und vor allem aufgeklärt zu sein. Die Legalisierung der Eheschließung homosexueller Paare ist daher schon lange überfällig. Dagegen aufgebrachte, auf christlichem Konservatismus beruhende Argumente ändern daran nichts.

* Elisa Tittl

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