Diverse Spielarten: Land fördertdigitale Bildungskonzepte

Hessen fördert innovative Lehrformate an den Universitäten Gießen und Marburg zu Datenkompetenz und Lernspielen mit rund 1,3 Millionen Euro. So sollen Studierende Datenkompetenz spielend lernen.
Die globale Wissensgesellschaft und die fortschreitende Digitalisierung erfordern im Berufsleben zunehmend Kompetenzen zum Umgang mit großen Datenbeständen sowie Erfahrungen mit digitalen Projekt- und Programmiervorhaben. Mit innovativen Lehrformaten und Studienprogrammen bieten die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die Philipps-Universität ihren Studierenden den Erwerb dieser Kompetenzen. Das Verbundprojekt „LevelUp: Data Literacy and Serious Games“ wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) im hessischen Förderprogramm „Hohe Qualität in Studium und Lehre, gute Rahmenbedingungen des Studiums“ (QuiS) mit rund 1,3 Millionen Euro bis Ende des Jahres 2024 gefördert.
Beide Universitäten waren darüber hinaus mit Einzelanträgen bei QuiS erfolgreich. QuiS wird aus Mitteln des „Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken“ (ZVSL) des Bundes finanziert.
Das Projekt „LevelUp“ bündelt unter Federführung der JLU die vor allem in den vergangenen drei Jahren an den beiden Universitäten gewonnene Expertise bei der Vermittlung von Datenkompetenz (der sogenannten Data Literacy), bei der Entwicklung von auf Spielen basierenden Lernkonzepten (Game-Based-Learning) sowie beim Einbeziehen von Studierenden in die Qualitätsentwicklung der Lehre. Mit dem Projekt wird der Einsatz von Lernspielen („Serious Games“) auch in der universitären Bildung verankert – ein Trend-Thema in der Lehre.
In enger Kooperation mit dem landesweiten Verbundprojekt „Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen“ (digLL), das von der Philipps-Universität koordiniert wird, werden studentisch organisierte Games-Werkstätten sowie die exemplarische Entwicklung von Serious Games zum Thema Datenkompetenz an beiden Hochschulen umgesetzt. Neben den lokalen digLL-Projekten ist das „Marburg Center for Digital Culture and Infrastructure“ (MCDCI) beteiligt. Mit dem dort verorteten interdisziplinären Masterstudiengang „Cultural Data Studies“, der erstmals zum Wintersemester 2021/22 startet, existiert eine Studienstruktur, innerhalb derer die Entwicklung von Serious Games zum Thema Datenkompetenz durchgeführt werden kann.
„Mit LevelUp nutzen wir gemeinsam mit der Universität Marburg die Chance, die die Ad-hoc-Digitalisierung durch die Corona-Pandemie bietet, um einen nachhaltigen Innovationsschub in der Lehre zu erzeugen“, erklärte die JLU-Vizepräsidentin Prof. Dr. Verena Dolle. „Das Projekt leistet einen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Hessen im Bereich der Lernspiele.“
Die geplanten Game Based Learning-Konzepte sind sowohl auf die Bedürfnisse der Studierenden in Lehrveranstaltungen zugeschnitten. Das wird unter anderem dadurch gewährleistet, dass die Studierenden bei der Entwicklung der Lehre miteinbezogen werden. Zudem adressieren die Konzepte den Weiterbildungsbedarf der Lehrenden für die Entwicklung und den Einsatz von Serious Games in der Lehre.
Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissen­schaften –
bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie.
Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern wie der Physiker Prof. Dr. Wilhelm Conrad Röntgen und Wangari Maathai mit dem Friedensnobelpreis 2004. Seit dem Jahr 2006 wird die Forschung an der JLU kontinuierlich in der Exzellenzinitiative beziehungsweise der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert.
Die Philipps-Universität gehört zu den traditionsreichsten Hochschulen Hessens. 1527 gegründet, bietet sie heute rund 22.000 Studierenden exzellente Lehre in einem breiten Fächerspektrum: An 16 Fachbereichen gibt es eine große Auswahl von Studiengängen – von A wie Anglophone Studies bis Z wie Zahnmedizin.
Für mehr als 20 Fächer ist das Lehramtsstudium in Marburg möglich.Zukunftsweisende Themen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz bestimmen die Forschung an der Philipps-Universität. Schwerpunkte liegen auf hochpathogenen Viren, Klimawandel, Mikroorganismen, neurodegenerativen Erkrankungen, Konflikten in Politik und Gesellschaft sowie Sicherheit.
In ihrer bald 500-jährigen Geschichte lernten, lehrten und forschten namhafte Personen der Zeitgeschichte an der Philipps-Universität. Darunter waren der erste Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. Emil von Behring und der Philosoph Prof. Dr. Christian Wolff.

* pm: Philipps-Universität Marburg

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