Warten auf Geschichte: Faltz präsentierte Programm seiner letzten Spielzeit

Ensemble

Das Ensemble des Hessischen Landestheaters Marburg mit Intendant Matthias Faltz (Foto: Johanna Tran)

Zufrieden zeigte sich Matthias Faltz mit der Spielzeit 2016/2017. Das Programm seiner letzten Spielzeit als Intendant des Hessischen Landestheaters stellte er am Montag (24. April) vor.

Im Sommer 2018 tritt eine weibliche Doppelspitze seine Nachfolge an. Bis dahin wird Faltz noch zwölf neue Inszenierungen auf die drei Bühnen des Hessischen Landestheaters Marburg bringen. Hinzu kommt zum Abschluss der Spielzeit und seiner Intendanz am 25. Mai 2018 noch eine Freilicht-Aufführung von „Robin Hood“ auf dem Marktplatz.
Die neue Spielzeit hat Faltz unter das Motto „Warten auf Geschichte“ gestellt. Einen Schwerpunkt bilden dabei Inszenierungen, die aktuelle politische und soziale Themen zur Diskussion stellen.
Beginnen wird die Spielzeit am Samstag (2. September) mit „Libussa / Riot don’t diet“ nach Motiven von Franz Grillparzer.
Dieses von Fanny Brunner erarbeitete Stück behandelt das Leben in einer geradezu paradiesischen Gesellschaft, die allerdings bald an der Infragestellung der weiblichen Rolle zu zerbrechen droht.
Eine Woche später folgt die Premiere von „Der Weltverbesserer“. Thomas Bernhard stellt darin einen berühmten Philosophen vor, dessen Vorschlag zur Verbesserung der Welt letztlich in ihrer Vernichtung endet.
Eine großangelegte Produktion wird Monty Python’s Spamalot am Samstag (30. September) im Erwin Piscator Haus (EPH). Faltz selber wird diese Revue frei nach dem Kinofilm „Der Ritter der Kokosnuss“ inszenieren.
Sein Debut als Regisseur feiert Jonas Schneider am Samstag (21. Oktober) mit Julius Caeser von William Shakespear in der Black Box. Schneider ist einer von drei Nachwuchsregisseuren, denen Faltz in seiner letzten Spielzeit die Chance zu ihrer ersten eigenen Inszenierung eröffnet.
Als nächste Premiere folgt am Samstag (4. November) „Der Auftrag“ von Heiner Müller. Regisseurin Oda Zuschneid zeigt in der „Bühne“ eine Geschichte über drei Entsannte der Französischen Revolution, die in einem Überseegebiet einen Sklavenaufstand anzetteln sollen.
Als Weihnachtsmärchen bringt Boris von Poser am Samstag (25. November) „Der Zauberer von Oz“ von L. Frank Baum auf die Bühne des EPH. Durch einen Sturm wird die kleine Dorothy in ein fremdes Land versetzt. Mit Viel Mühe gelingt es ihr, ihre Freunde zu retten und selbst den Heimweg zu finden.
„Der Prozess“ von Franz Kafka ist die Vorlage der Inszenierung des Regie-Debutanten Philip Lütgenau am Samstag (2. Dezember) in der „Bühne“. Völlig unbeschollten gerät der Protagonist in die Fänge einer unmenschlichen und undurchschaubaren Justiz.
„Das hündische Herz“ nach einer Erzählung von Michail Bulgakow ist die erste Premiere des Jahres 2018. Ein Wissenschaftler operiert einen Hund und bildet aus ihm ein neues Wesen, das aber bald gegen seinen eigenen Schöpfer rebelliert.
Terror und seine Folgen stehen im Mittelpunkt des Theaterstücks „die Gerechten“ von Albert Camus. Am 27. Januar 2018 eröffnet der Regisseur Marc Becker damit eine Debatte über ungewollte Opfer und die Unmenschlichkeit von Gewalt.
„50 Jahre 68 – Die Revue“ feiert am 24. Februar Premiere im EPH. PeterLicht bringt dabei auch Marburgerinnen und Marburger sowie ihre Erinnerungen an eine bewegte Zeit in Bewegung.
„Das Ende der Zukunft, wie ich sie kannte“ ist ein Jugendstück von Anette Müller. Am 11. März 2018 setzt sie sich darin mit Chancen, Hoffnungen und Erwartungen der Jungen Generation auseinander.
„Kinder der Sonne“ von Maxim Gorki folgt am 29. März 2018 in der „Bühne“. Der russische Autor behandelt darin die Revolution und die Liebe.
Auch in der Spielzeit 2017/2018 wird es wieder Aufführungen mit einer Audiodeskription für Blinde geben. Chefdramaturg Franz Burkhard versprach derartige Beschreibungen über Kopfhörer zu allen Aufführungen in der „Bühne“ und im EPH.
Vor allem die dort gegebenen Stücke waren absolute Publikumsmagneten. Faltz hob aber auch die Bedeutung kleinerer und vielleicht etwas sperrigerer Produktionen hervor.
„Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt“, bemerkte der Intendant. „Daher konnten wir auch ein besonders aufwendiges Spielzeitheft gestalten. Das ist auch unser Dank an die Mitglieder des Ensembles und das Publikum.“
Alle wichtigen Informationen zur Spielzeit sind in diesem Heft aufgeführt. Erhältlich ist es an der Theaterkasse.

* Franz-Josef Hanke

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