Umjubelt: „Ronja Räubertochter“ feierte Premiere im EPH

Begeisterter Applaus belohnte am Sonntag (11. November) die Darsteller von „Ronja Räubertochter“. Der Kinderbuch-Klassiker von Astrid Lindgren feierte Premiere in einer Inszenierung von Carola Unser.
Ronja wächst bei den Mattisräubern auf der Mattisburg auf. Irgendwann erlauben ihre Mutter Lovis und ihr Vater Mattis dem Mädchen, allein in den Wald hinauszugehen. Doch sie warnen sie vor allerlei Gefahren, die dort drohen.
Am wichtigsten ist, keine Angst zu zeigen. das merken die gefährlichen Geschöpfe im Wald nämlich sofort. Hüten soll Ronja sich außerdem vor Nebel und den Borkaräubern, die angeblich alle „Hosenschisser“ sind.
Doch im Wald trifft sie irgendwann Birk Borkasohn. Ronja rettet dem Sohn des Räubers Borka das Leben. Dann beschimpft sie ihn aber als „Hosenschisser“ weil er ja auch zur Borkasippe gehört.
Später freunden Ronja und Birk sich an. Ihren Vätern ist das gar nicht recht. Einen ganzen Sommer über leben Ronja und Birk zusammen im Wald.
Als es allmählich Herbst wird, muss etwas geschehen. Ronjas Mutter Lovis kommt zu den beiden und überzeugt ihren Mann Mattis davon, dass er nachgeben muss.
Lindgrens 1981 erschienenes Kinderbuch kam in der Inszenierung der Theaterintendantin Carola Unser ziemlich forsch daher. Räuberlieder und punkige Rhythmen sorgten immer wieder für Schwung. Für die Musik zeichnete Katharina Hoffmann verantwortlich.
Herausragende schauspielerische Leistungen zeigten Jürgen Helmut Keuchel als Glatzen-Per, Franziska Knetsch als Lovis und Valentina Schüler als Ronja. Aber auch alle anderen Darsteller verkörperten ihre Rollen sehr eindrucksvoll.
Die starken Frauen in Lindgrens Kinderbüchern sind eine schöne Ermutigung für Mädchen und Jungen, eigene Stärken zu entwickeln. Ihr Gerechtigkeitssinn und ihre mitfühlende Grundhaltung können ihnen ebenso als Vorbild dienen. Schließlich tut auch das Happy End ein Übriges, um Frieden und ein solidarisches Miteinander ohne den geringsten Anschein eines pädagogischen Zeigefingers zu propagieren.
Zu Recht erhielt die Inszenierung am Ende tosenden Applaus. Nicht nur viele Kinder im vollbesetzten Erwin-Piscator-Haus (EPH) jubelten laut und lange. Wer das Weihnachtsstück des Hessischen Landestheaters Marburg (HLTM) selber miterleben möchte, muss sich wegen der vielen bereits ausverkauften Aufführungen wohl schnell sputen.

* Franz-Josef Hanke

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