Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Start-ups diskutierten über KI, neue Geschäftsmodelle und die Zukunft der Wirtschaft. Der Titel der Veranstaltung lautete „Disrupt from the Core“.
Wie können Unternehmen neue Technologien in die Praxis überführen? Über diese und weitere Fragen diskutierten am Dienstag (20. Oktober) und Mittwoch (21. Oktober) mehr als 300 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Start-up-Szene beim Festival „Disrupt from the Core“ im Lokschuppen Marburg. Das – von „StartMiUp“ initiierte und gemeinsam mit LOVEDIS und dem Regionalmanagement Mittelhessen umgesetzte – Festival setzte Impulse für die Transformation der Wirtschaft und zeigte, wie wichtig eine offene Innovationskultur und die Zusammenarbeit von Unternehmen, Forschung und Start-ups dafür sind.
Auf der „StartMiUp Main Stage“, der „LOVEDIS Stage“ und in der Mittelhessen Lounge des Regionalmanagement Mittelhessens beleuchteten die Veranstalter unterschiedliche Perspektiven auf Innovation und Transformation. Das Programm reichte von Einblicken in die Innovationspraxis etablierter Unternehmen über neue KI-Anwendungen bis hin zu Fragen des Technologietransfers und der Start-up-Finanzierung. mit dem Gedanken „Erfahrung bewahren, ohne an alten Gewohnheiten festzuhalten“ brachte Geschäftsführerin Dina Reit von SK LASER eine zentrale Herausforderung für Unternehmen auf den Punkt. Weitere Beiträge zu KI-Anwendungen, Hackathons und Corporate Venturing beleuchteten, wie neue Technologien und Innovationsansätze in die Unternehmenspraxis überführt werden können.
Den Bogen von der Forschung zur wirtschaftlichen Anwendung schlugen die „Research Pitches“: Sieben Forschende der Philipps-Universität Marburg, der Technischen Hochschule Mittelhessen und des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME präsentierten anwendungsorientierte Projekte – von Future Medicine bis zu KI-Anwendungen. Auf der – von „LOVEDIS“ gestalteten – Stage stand im Mittelpunkt, wie Unternehmen Künstliche Intelligenz strategisch einsetzen und ihre Organisationen auf den Wandel vorbereiten können.
„KI ist Chefsache“, machte Microsoft-Deutschland-CIO Anna Kopp deutlich und stellte den Menschen ins Zentrum der KI-Transformation. Kristina Jeromin von der Initiative „Made in Germany 2030“ beleuchtete die Zukunft des Industriestandorts Deutschland und die Rahmenbedingungen für neue Wertschöpfung. Wie KI dabei aus der Software in die physische Welt rückt, machten Beiträge zu Physical AI und humanoider Robotik greifbar. Dass Transformation im Mittelstand auch eine Generationenfrage ist, wurde im Nachfolge-Panel mit den Bauunternehmen FingerHaus und Lupp deutlich.
Neben technologischen Entwicklungen ging es darum, wie Innovationen den Weg in die Praxis finden. In der Mittelhessen Lounge standen dabei das Zusammenspiel von Mensch und Technologie sowie Parameter für Innovation und Transformation im Mittelpunkt. Das Themenspektrum reichte von arbeitspsychologischen Aspekten über Wissensmanagement bis hin zu Technologietransfer, Cybersecurity und der Finanzierung von Start-Ups. Die Formate brachten regionale Akteure zusammen, um Wissen zu teilen und Kooperationen für die Umsetzung innovativer Ideen anzustoßen. Auch die Netzwerke „mittelhessen.digital“ und „TeamMit“ kamen zusammen.
Wie wichtig regionale Kooperationen für die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft sind, betonte Geschäftsführer Jens Ihle vom Regionalmanagement Mittelhessen: „Mit Disrupt from the Core zünden wir eine neue Stufe der Kooperation und bringen Menschen aus Unternehmen, Hochschulen, der Finanzwelt und der Start-up-Szene in einem Format zusammen. Wir sehen das Festival als einen guten Anfang und freuen uns auf die nächste Edition.“
Dass die Zusammenarbeit über den Austausch hinausgehen soll, unterstrich auch CEO Mara Steinbrenner von LOVEDIS: „Über KI reden gerade alle. Spannend wird es, wenn ein Unternehmen nach dem Festival mit einem Start-up einen Piloten startet. Genau dafür bauen wir bei LOVEDIS die Brücken zwischen Mittelstand und Start-ups.“
Zwischen den Bühnenprogrammen und in den interaktiven Formaten bot das Festival Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kooperationen anzustoßen.
„Innovation entsteht nicht im Alleingang“, sagte Geschäftsführerin Patricia Kuhr von StartMiUp. „Mittelhessen vereint eine starke mittelständische Wirtschaft, exzellente Forschung und eine vielfältige Start-up-Szene. Wenn wir diese Kompetenzen zusammenbringen, können aus neuen Ideen konkrete Anwendungen und Kooperationen entstehen. Mit Disrupt from the Core haben wir dafür eine gemeinsame Plattform geschaffen. Unser Dank gilt unseren Partnern LOVEDIS und dem Regionalmanagement Mittelhessen sowie allen Mitwirkenden, die das Festival mit ihrem Engagement und ihren Impulsen möglich gemacht haben.“
* pm: Philipps-Universität Marburg