Marburg mitgedacht: Evangelische Kreissynode beschloss Kooperationen

Die regionale Kirchenentwicklung war Thema der Kreissynode am Mittwoch (21. Oktober). Beschlossen haben ihre Mitglieder Kooperationen.
In ihrer zweiten Sitzung hat die neue Synode des evangelischen Kirchenkreises Marburg unter anderem das Thema der regionalen Kirchenentwicklung auf der Tagesordnung gehabt. Rund 80 Synodale kamen dazu am Mittwoch (21. Oktober) im Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Niederweimar zusammen und verabschiedeten unter anderem einen Beschluss zur engeren Kooperation von Kirchengemeinden sowie die Empfehlung zu mehr Miteinander mit Einrichtungen der Diakonie. Die Zahlen der Mitglieder und die der Hauptamtlichen nehmen ab, Strukturen werden kleiner und Bedürfnisse verändern sich. Mit diesen Entwicklungen sind Kommunen, Vereine und andere Institutionen derzeit ebenso beschäftigt wie die Kirche.
Wie damit umgehen? Eine Antwort, die der evangelische Kirchenkreis Marburg für sich gefunden hat, ist die Neustrukturierung der Pfarrstellen. „Es wird weiter Gemeindepfarrstellen geben; wir werden weiter vor Ort präsent sein“, betonte Dekan Dr. Burkhard von Dörnberg.
Ein Teil der Pfarrstellen soll aber künftig regional und auf Funktionen hin gedacht werden, um bestimmte Aufgaben gemeinschaftlich zu verantworten. In sechs sogenannten „Nachbarschaften“ ist eine Zusammenarbeit räumlich eng beieinander liegender Kirchengemeinden innerhalb des Kirchenkreises geplant. Die einzelnen Kirchenvorstände bleiben bestehen ebenso wie auch ihre Entscheidungskompetenzen, aber zweimal jährlich ersetzen gemeinschaftliche Sitzungen die einzelnen Treffen. Auf der Tagesordnung stehen dann unter anderem die Gottesdienstpläne und die Funktionsanteile in der jeweiligen Nachbarschaft.
Dieses Modell fand nach angeregter Diskussion die Zustimmung der Synodalen und wurde ohne Gegenstimme zur Kenntnis genommen. Mit Partnerschaften zwischen den Kirchengemeinden des Kirchenkreises und diakonischen Einrichtungen wurde dann eine weitere Möglichkeit der Zusammenarbeit diskutiert. Dr. Harald Spreda vom Diakonischen Werk Marburg-Biedenkopf gab dazu einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsgebiete des Werkes.
Die Synode beschloss eine Empfehlung hinsichtlich künftiger Partnerschaften. Instrumente sollen dabei unter anderem ein jährlicher Partnerbrief sein, in dem man sich gegenseitig über Aktivitäten und Pläne informiert, ebenso wie ein gemeinsamer Gottesdienst mit einer zweckgebundenen Kollekte. Wie bei allen Überlegungen zu Kooperationen gehe es darum, ein Miteinander zu stärken, wie der Dekan es formulierte: „Wir wollen nicht, dass jeder für sich allein kämpfen muss, wir wollen uns austauschen und miteinander und voneinander lernen.'“
Ein bewegender Programmpunkt der Synode war dann die offizielle Verabschiedung von Pfarrer Ralf Hartmann in den Ruhestand. Seit 1992 war Hartmann Pfarrer an der Elisabethkirche – nach seinem Studium in Marburg und seinem Vikariat in Michelbach. Von 1992 bis 2003 war er verantwortlich für die Zeitschrift „Kirche in Marburg“, von 2012 bis 2025 Vorsitzender des Vorstands des Gesamtverbands der evangelischen Kirchen in Marburg und zugleich zuständig für die Kitas des Gesamtverbands.
Die Präses Nadine Bernshausen würdigte vor allem auch Hartmanns Einsatz als Delegierter des Kirchenkreises in der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Dort hat er im Rat der Landeskirche und im Finanzausschuss markant Marburger Positionen vertreten und sich engagiert eingebracht. Als Landessynodaler berichtete er bei der Kreissynode noch einmal aus dem nächsthöheren Gremium und wurde mit Gebet und Applaus verabschiedet.

* pm: Evangelischer Kirchenkreis Marburg

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