Die Nahversorgung in der Ketzerbach muss erhalten bleiben. Das fordert die Stadt zur Tegut-Übernahme in Marburg.
Die Stadt Marburg begrüßt, dass es eine weitere Klärung für die Zukunft der tegut-Märkte in Marburg gibt. Zwei Märkte sollen nun von Rewe übernommen werden. Das ist wichtig für die Sicherung der Nahversorgung und gibt auch den Beschäftigten eine klare Perspektive.
Allerdings ist es aus Marburger Sicht sehr bedauerlich und kaum nachvollziehbar, dass gerade der kleinste Markt aus Wettbewerbsgründen nicht übernommen werden darf. Dabei ist gerade dieser Markt für die Nahversorgung in der Nordstadt besonders wichtig. Die Stadt hofft, dass auch für die Ketzerbach schnell eine Lösung gefunden wird. Die Stadt wird bei Gesprächen unterstützen.
Die beiden Tegut-Märkte in Cappel und an der Universitätsstraße haben mit Rewe eine geklärte Nachfolgeregelung und werden übernommen. Aus Sicht des Bundeskartellamts darf Rewe jedoch aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht auch den kleinen – aber sehr beliebten – Lebensmittelmarkt in der Ketzerbach übernehmen. Dabei hat dieser relativ kleine Markt in der Ketzerbach für die Nahversorgung in der Nordstadt, einschließlich der nördlichen Oberstadt und in der unteren Marbach eine sehr wichtige Funktion. Die – in der Nähe gelegene – Deutsche Blindenstudienanstalt (BliStA), das Institut für Pharmazie der Philipps-Universität und auch die Universitätsbibliothek liegen im näheren fußläufigen Bereich. Es ist deshalb aus Sicht der Stadt Marburg bedauerlich, dass für diesen Standort eine schnelle Übergangslösung durch das Bundeskartellamt verhindert wird.
Für den Markt in der Ketzerbach gibt es nach aktuellem Kenntnisstand der Wirtschaftsförderung der Stadt noch keine konkreten Gespräche mit möglichen weiteren Anbietern oder Interessenbekundungen – die Entscheidung des Bundeskartellamts ist allerdings auch noch sehr frisch. Entscheidend ist aus Sicht der Stadt Marburg, dass nun konkrete Gespräche mit Rewe und dem Bundeskartellamt und mit möglichen weiteren Anbietern geführt werden.
Sehr wichtig ist aus Sicht der Stadt Marburg, dass in der Ketzerbach künftig wieder eine Nahversorgung angeboten wird. Die Wirtschaftsförderung ist optimistisch, dass zeitnah doch noch eine gute Lösung für die Nachnutzung gefunden werden kann und wird in Gespräche gehen und unterstützend tätig sein. Die Stadt Marburg wird die weitere Entwicklung aufmerksam begleiten.
Der Magistrat und das Team der Wirtschaftsförderung werden sich daher dafür einsetzen, dass die Nahversorgung am Standort Ketzerbach erhalten bleibt –
beziehungsweise schnellstmöglich wiederhergestellt wird. Die Sicherstellung der Nahversorgung bleibt insgesamt ein wichtiges Anliegen der Stadt. Dabei stehen insbesondere die Außenstadtteile im Blickpunkt.
Aktuelle Entwicklungen rund um die Dorfläden in Michelbach und im Stadtwald zeigen, dass dort Handlungsbedarf besteht und zugleich neue Lösungen entstehen können. Im Bereich der Innenstadt, in Cappel und in Wehrda ist die Versorgung bislang sehr gut, wird aber von der Wirtschaftsförderung eng begleitet und im Blick behalten. Entscheidend ist nun, auch für die Ketzerbach und die angrenzenden Wohnbereiche eine tragfähige Perspektive zu entwickeln.
* pm: Stadt Marburg