Zum Jubiläum öffnet der Konzertsaal der Uni wieder. Dafür spendiert die Sparkasse Marburg-Biedenkopf 350.000 Euro.
Die Sparkasse Marburg-Biedenkopf (SKMB) unterstützt das 500-jährige Jubiläum der Philipps-Universität großzügig. Mit einem Betrag von 350.000 Euro ermöglicht sie auch die baldige Wiedereröffnung des Konzertsaals der Universität im Kunstgebäude an der Biegenstraße. Der Saal im Jubiläumsgebäude aus dem Jahr 1927 ist seit 2014 für öffentliche Veranstaltungen geschlossen, weil er die aktuellen Brandschutzauflagen nicht erfüllt.
Bei einem Baustellentermin mit Blick in die laufende Sanierung übergab der Vorstand der Sparkasse Marburg-Biedenkopf einen symbolischen Scheck an die Universität. Der SKMB-Vorstandsvorsitzender Andreas Bartsch hob die kulturelle Bedeutung des im nächsten Jahr 100 Jahre alten Konzertsaales für die Bürgerinnen und Bürger in und um Marburg heraus: „Der Raum ist ein Kleinod und unbedingt erhaltenswert. Über die Unterstützung hinaus planen wir als Sparkasse, den Konzertsaal regelmäßig für Konzerte zu nutzen und damit das kulturelle Angebot für die Menschen in der Universitätsstadt Marburg und darüber hinaus mit einer neuen Konzertreihe zu bereichern.“
Prof. Dr. Evelyn Korn freut sich sehr über die Unterstützung: „Das ist ein großartiges Jubiläumsgeschenk. Wir danken der Sparkasse sehr für diesen bedeutenden Beitrag zur Förderung von Kunst und Kultur in Universität und Stadt.“ Die Vizepräsidentin für Universitätskultur und Qualitätsentwicklung zeichnet auch für die Planung und Organisation des Universitätsjubiläums verantwortlich.
Mit der Unterstützung von insgesamt 350.000 Euro werden neben der Sanierung des Konzertsaals weitere wichtige Projekte gefördert. Dabei ist unter anderem der „Creativity and Social Innovation Hub Marburg“ (CIM Hub). Dieses gemeinsame Projekt von Universität, Stadt Marburg und Unternehmen der Region zielt darauf, Ideen aus der Wissenschaft für aktuelle Fragen aus Wirtschaft und Gesellschaft umzusetzen. Studierende arbeiten gemeinsam mit Partnern aus der Region an der Lösung konkreter Herausforderungen und erwerben so Fähigkeiten zur Gestaltung der Zukunft – und Stadt und Umfeld profitieren unmittelbar. Die Sparkasse und ebenso die Sparkassen-Kulturstiftung sind wichtige und verlässliche Partner für die Projekte des CIM-Hub.
Der Universitätsbund stiftete der Universität das Kunstgebäude 1927 anlässlich ihres 400-jährigen Bestehens für die „Kunstinstitute“. Der damaligen Vision eines praxisorientierten, interdisziplinären und öffentlichkeitsbezogenen Kulturzentrums folgend, ist dort auch ein Konzertsaal untergebracht. Das Gebäude beherbergt heute das Kunstmuseum der Universität und die Institute für Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Klassische Archäologie sowie Vor- und Frühgeschichte.
Der Konzertsaal mit etwa 300 Plätzen befindet sich im Dachgeschoss. Wegen Brandschutzmängeln ist er seit 2014 für Veranstaltungen geschlossen. Zum Jubiläum soll er wieder für Konzerte und Veranstaltungen zugänglich sein.
Dazu wird jetzt der Brandschutz auf den Stand der Zeit gebracht. Zwischen Haupttreppenhaus und Foyer wird eine Brandschutztür eingebaut. Für die Feuerwehr wird die technische Möglichkeit geschaffen, den Konzertsaal durch den Einbau zusätzlicher Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) im Brandfall maschinell bzw. technisch zu entrauchen. Die Türen und Fenster im Konzertsaal und den dahinterliegenden Räumen wurden dazu mit elektrischen Antrieben ausgestattet. Sie können jetzt bei einem Brand automatisch per Knopfdruck geöffnet werden. So können Rauch und Wärme abgeführt werden.
Bei der Sanierung werden zum Teil Steuerelemente, neue Elektrik und neue Fenster eingebaut, Brandmelder im Konzertsaal erneuert und Fluchtwege ertüchtigt: Vor allem werden Geländer und Handgriffe ergänzt sowie Brandschutztechnik verbessert. Das betrifftt unter Anderem den Verschluss von Oberlichtern nach Brandschutztechnik.
Im Zuge der Arbeiten werden auch Elektro-Leitungen und Steuerungstechnik erneuert. Das Foyer des Konzertsaals erhält einen neuen Anstrich sowie neue Beleuchtung und die Garderobenständer und -theken werden aufgearbeitet. Wie bei allen Sanierungen wurde vorab geprüft, ob eine Schadstoffsanierung notwendig ist. Das ist für die Heizkörpernischen notwendig und wird durchgeführt.
* pm: Philipps-Universität Marburg